1. April 2020
Winterhude

Neues von der Frei-Karten Affäre

Anklage gegen Harald Rösler erhoben

Harald Rösler, Bezirksamtsleiter Hamburg-Nord (2012–2018), wurde in der Freikartenaffäre in fünf Punkten angeklagt Foto: Hanke

WINTERHUDE Harald Rösler, 2012-2018 Leiter des Bezirksamtes Hamburg-Nord, ist im Zusammenhang mit der Freikartenaffäre rund um das Rolling-Stones-Konzert im Stadtpark 2017 von der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg vor dem Landgericht angeklagt worden.

Davon in 40 Fällen in Tateinheit mit Verleiten eines Untergebenen zu einer Straftat sowie Untreue im besonders schweren Fall. Harald Rösler wird zur Last gelegt, vom Veranstalter des Rolling-Stones-Konzerts, FKP Scorpio, für die Sondernutzung der Veranstaltungsfläche im Stadtpark 300 „Kaufkarten“ und 100 Freikarten für das Bezirksamt Hamburg-Nord gefordert zu haben. Dafür habe er nur ein Nutzungentgeld von 205.000 Euro verlangt, obwohl ihm bekannt gewesen sein muss, dass er nach der einschlägigen Gebührenordnung mindestens rund 600.000 Euro hätte ansetzen müssen. Der ehemalige Bezirksamtsleiter soll „Freunden des Hauses“ angeboten haben, bis zum 18. Mai 2017 jeweils bis zu vier Tickets für das Konzert zu bestellen und über ihn käuflich zu erwerben. Rösler kündigte 40 ihm unterstellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern außerdem die Reservierung von jeweils zwei der 100 Freikarten, vermutlich als Dank für geleistete und zukünftige Dienste, an. Scorpio verschickte daraufhin im Juli 2017 70 Tribünen- und 30 Stehplatzkarten im Gesamtwert von 14.743,90 Euro an das Bezirksamt sowie im August die Freikarten an die Privatadressen der Bezirksamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.

Zwei ebenfalls angeklagte Mitarbeiter der Firma Scorpio sollen Rösler schließlich zwei „Premium Gold“-Karten plus Teilnahme an einem Empfang vor dem Konzert im Wert von 1.398 Euro übersandt haben.

Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt die Einziehung von Wertersatzes in Höhe des eingetretenen Schadens. Rösler droht eine Geldstrafe oder Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren. Wann ein Verfahren gegen die Angeklagten eröffnet wird, ist noch unklar.

Auch interessant