8. Oktober 2021
Winterhude

Licht, Luft und Sonne

„Jarreschatz“ entdecken und erhalten

Die Jarrestadt soll langfristig mithilfe des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ erhalten werden. Zum Auftakt boten großformatige Aufsteller Informationen
Foto: Busse

WINTERHUDE In der Jarrestadt sind geführte Rundgänge an der Tagesordnung: Die Backsteinbauten zwischen Osterbek- und Goldbekkanal gelten als herausragendes städtebauliches Projekt der 1920er-Jahre.
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Studierende, Fachleute aus Architektur und Städtebau und interessierte Laien erfahren auf den Erkundungstouren durch das fast komplett unter Denkmalschutz stehende Viertel, welche für die damalige Zeit sehr modernen Überlegungen hinter der Anlage dieser Wohnsiedlung stecken: Unter der Leitung von Oberbaudirektor Fritz Schumacher wurde sie nach der Devise „Licht, Luft und Sonne für alle” und mit moderner Ausstattung erbaut.
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Vieles ist erhalten oder wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Einiges hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aber auch stark gewandelt, seien es die Grünzüge oder die sanierten Fassaden. 2020 ist die Jarrestadt aufgrund ihrer großen Bedeutung in das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufgenommen worden. Bis Ende 2024 sollen Fachplaner/-innen, Behörden und Wohnungsunternehmen gemeinsam Konzepte entwickeln, um die Aufenthaltsqualität in der Jarrestadt zu steigern und die Gebäudesubstanz zu stärken. 2,5 Millionen Euro haben der Bund und die Stadt Hamburg dafür zur Verfügung gestellt. „Es geht um Qualität, um etwas Besonderes“, betont Stadtplanerin Daniela Schmitt, die im Bezirksamt Hamburg-Nord federführend für das Projekt „Jarresschatz“ tätig ist. Zuerst soll ein Konzept zur Erhaltung und Entwicklung des Quartiers erarbeitet, dann als erste bauliche Maßnahme die Sanierung des Grünzugs umgesetzt werden. Dabei sollen Akteure im Stadtteil, wie zum Beispiel die Geschichtswerkstatt Jarrestadt Archiv und Anwohner/-innen einbezogen werden. „Viele Leute haben ihr Quartier im Blick, sie kennen sich auch mit der Historie aus“, so Schmitts erster Eindruck. Geplant sind öffentliche Rundgänge sowie ein Infoladen mit Raum für Information und Ausstellungen. Unter jarrestadt-hamburg.de lädt eine Fotoaktion zum Mitmachen ein.

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