21. Januar 2022
Winterhude

Landhaus Walter in akuter Schieflage

Massive umsatzeinbussen durch Corona

Uwe Mamminga vor dem Landhaus Walter. Sein Motto: „Rock ’n’ Roll Music forever!“
Archivfoto (2015): Haas

WINTERHUDE Auch dem größten norddeutschen Biergarten droht die Insolvenz. Das Landhaus Walter erlitt 2021 einen Umsatzverlust von 75 Prozent. Die Eigentümer beantragten deshalb ein „Schutzschirmverfahren“.
Damit beauftragt ist Christian Abel, als Rechtsanwalt dafür zuständig bei Pricewaterhouse Cooper Legal (PWC) am Alsterufer. Inzwischen gäbe es zahlreiche Anfragen von Investoren, erklärt Abel auf Anfrage. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Sanierungslösung. Das ist quasi eine Super-Mediationsaufgabe, unterschiedliche Interessen in Einklang zu bringen. Darauf sind wir spezialisiert. Wir finden immer eine Lösung“, so Abel. „Gläubiger müssen allerdings häufig auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.“

Schon 2015 konnte Uwe Mamminga (67) mit Kompagnon Artjem Feldser eine Pleite abwenden. Für sein „Baby“ hatte der Hamburger „Blues-Papst“ 1996 seine Werbeagentur aufgegeben. Als zwei Mitbetreiber in den Ruhestand gingen, stand die Konzession 2012 zum Verkauf. Dubiose Verträge hätten das Traditionslokal fast in die Insolvenz getrieben, so Mamminga. Von Gästen unbemerkt schaffte er Abhilfe. Denn er sei „kein Rentnertyp“, sagte der Hamburger Musikveranstalter damals, investierte seine Ersparnisse in die Rettung des Lokals und der Arbeitsplätze von 40 Stammkräften. Seitdem firmiert das Landhaus Walter als „Eventcenter“ nach jahrzehntelang bewährtem Konzept: Ganzjährig geöffnet ist die Location für private Feiern, der lauschige Biergarten im Sommer ist sehr beliebt, ebenso der Downtown Blues Club und andere Musik-Events, Public Viewings oder Partys. Lockdown und weitere Pandemie-Auflagen ab 2020 vermasselten allerdings das bewährte Erfolgskonzept.

Infos unter www.eventcenter-hamburg.de

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