30. Mai 2022
Winterhude

Endlich wieder in Sicherheit leben

Kriegsflüchtlinge ziehen in Mundsburg Tower

Ein gutes Hilfe-Netzwerk unterstützt die Geflüchteten: Ehrenamtliche Lola Bilous, Dieter Seelis und Natalia Daubert sowie Jennifer Scheib von Fördern & Wohnen (2.v.l.). Gefragt sind derzeit vor allem Übersetzer/-innen
Foto: Busse

WINTERHUDE Seit geraumer Zeit kommen viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine im Mundsburg Tower an. Was sie dabei haben, ist alles, was sie noch besitzen.

Ehrenamtlich Engagierte heißen sie willkommen und unterstützen bei den ersten Schritten in neuer Umgebung „Eine Last fällt von ihnen ab, sie erfahren Schutz und Stabilität. Und sie merken, dass sie nicht alleingelassen sind. Denn es stehen Leute bereit, die sie in Empfang nehmen“, beschreibt Gabriele von Stritzky die Situation.

Die Bereichsleiterin für Unterkunft und Orientierung bei Fördern & Wohnen (F&W) ist zurzeit im Dauereinsatz. Das städtische Sozialunternehmen F&W unterstützt die durch einen Fremdbetreiber untergebrachten Menschen mit einer Orientierungsberatung. Rund 250 Personen sollen in den Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen in dem Hochhaus an der Stadtteilgrenze Barmbek-Süd/Uhlenhorst wohnen.

Jennifer Scheib, Freiwilligenkoordinatorin bei F&W, ist sehr froh, dass es mit den Initiativen Welcome to Barmbek, St. Gertrud hilft, Wir im Quartier und Die Stadtinsel e.V. ein eingespieltes Hilfe-Netzwerk in der unmittelbaren Umgebung gibt – „für Menschen aus der Ukraine genauso wie für Asylbewerbern aus anderen Ländern, die hier leben und auch weiterhin neu ankommen“, betont sie. Natalia Daubert ist eine der Hamburgerinnen, die vor Ort unterstützen, neben Job und Familie leistet sie hier Übersetzungsarbeit. Es geht um den Einzug, die Anmeldung im Einwohnermeldeamt, im Jobcenter, an der Schule. „Mir war klar, dass ich etwas tun musste. Der Krieg ist eine Katastrophe. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es schön ist, herzlich und offen willkommen geheißen zu werden“, sagt die junge Frau, die als Kind von Kasachstan nach Deutschland kam.

Längerfristig können Willkommenspatenschaften den Geflüchteten helfen, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. „Wir bieten Familien persönliche Unterstützung in Fragen und Aufgaben des Alltags an – abhängig vom Bedarf und natürlich von der Situation in der Ukraine“, erläutert Dieter Seelis von Wir im Quartier. Wer ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen will, meldet sich bei Dieter Seelis, E-Mail: p.b.wiq@gmx.de oder bei Elke Steinweg, Telefon 0173 267 72 41.

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