27. Mai 2020
Winterhude

„Dem Handel wird das nicht bekommen“

Gertigstrassen-Umbau: IG lehnt Fahrradstraße ab

Die stark frequentierte Gertigstraße soll zur Fahrradstraße werden Foto: Hanke

WINTERHUDE Der Umbau der Gertigstraße in eine Fahrradstraße soll noch in diesem Jahr erfolgen, voraussichtlich mit Beginn im dritten Quartal. Dagegen wehrt sich die Interessengemeinschaft rund um den Mühlenkamp e.V., weil die Geschäfte bereits durch den Corona-Lockdown gebeutelt sind.

Dass schon im dritten Quartal eine Baustelle in der Gertigstraße eingerichtet werden soll, die weitere Einbußen für die Läden mit sich bringen wird, „geht überhaupt nicht“, so Bernd Kroll von der Interessengemeinschaft (IG). „Dann wären danach alle pleite“, befürchtet Kroll, der außerdem kein Freund der Fahrradstraßen-Lösung ist.

13 Forderungen hat die Interessengemeinschaft nun bezüglich des Umbaus der Gertigstraße aufgestellt. Als erstes werden Baumaßnahmen in den Monaten Oktober bis Dezember abgelehnt, denn diese seien „die umsatzstärksten Monate für den Einzelhandel in der Gertigstraße“. Vollsperrungen der Gertigstraße lehnt die IG wegen der vielen Anlieferungen ebenfalls ab. Außerdem wird unter anderem die Pflanzung von Bäumen im Bereich Geibelstraße / Knickweg gefordert, da hier im Rahmen eines Bauvorhabens Bäume gefällt wurden. Schließlich wenden sich die Unterzeichner gegen die Einführung einer Fahrradstraße. Die vorhandenen Tempo 30 Zonen im Umfeld der Gertigstraße seien „die einzig sinnvolle Lösung“. Die Geschäfte würden unter einer Fahrradstraße leiden.

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG), der die Gertigstraße umbaut, weil durch die Wohn- und Geschäftsstraße eine Veloroute führt, verspricht die Bauzeit mit den Anliegern abzusprechen und elf Bäume für die gefällten „an verschiedenen Standorten“ neu zu pflanzen. Der LSBG verteidigt die Fahrradstraße als beste Lösung für eine Veloroute und „zur Förderung des Radverkehrs“. Beeinträchtigungen für die Geschäftsinhaber sieht der LSBG nicht, da „Lieferverkehre aufrechterhalten werden“. Auch alle anderen Autos werden die Gertigstraße nach dem Umbau mit höchstens Tempo 30 durchfahren können. Ein Verkehrsschild wird darauf hinweisen.

Die Fußwege werden teilweise schon auf Kosten
alter Radwege erneuert Foto: Hanke

 

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