17. Juli 2021
Winterhude

Aufschrei der Autoren

Eine Gegenlesung zum Kultursommer

Autoren und Freunde treffen sich zur Vorbereitung ihres Auftritts mit Peter Schütt (links): Seit 19 Jahren koordiniert er die Lesungen im Waschhaus am Wesselyring
Foto: Haas

WINTERHUDE/BARMBEK Seit März 2020 sind ihre Lesungen im Waschhaus ausgesetzt. Doch ihr Auftritt passe nicht zum Konzept des Hamburger Kultursommers. Also bieten zwölf Autoren mit Waschhaus-Koordinator Peter Schütt eben eine Gegenlesung: am 24. Juli, 17 Uhr im Stadtpark.
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„Fürs Motto ‚play out loud‘ war unser Programm wohl viel zu leise für die Kultursommer-Jury“, bedauert Waschhaus-Koordinator Peter Schütt; die Literaturszene sei im Kultursommer überhaupt nicht vertreten. „Dann wird unser Auftritt eben zum Aufschrei“, sinniert die Runde, die sich vorab im Regen im Stadtpark getroffen hatte. „Unsere Lesungen zeichnen sich nicht aus durch lautstarkes Tam-Tam. Zart und bunt wie Schmetterlinge ist das Waschhaus-Völkchen, ebenso faszinierend: dessen Metamorphosen.“ Autorin Gudrun Egner liest aus ihrem Text.
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Evelyn Hagen und Antje Raabe-Pieper hatten ihr Debüt im Waschhaus. Seit vier Jahren als Duo unterwegs, präsentieren sie Kurzgeschichten vom Planetarium und ein Stadtpark-Märchen. Thomas Klockmann trägt Kurzgeschichten zu seinen Grafiken vor. Raimund Samson, freier Künstler und Pädagoge, spielt am Akkordeon einen Tusch: Er tritt auf mit Musikern vom Club 68, dem Verein für Menschen mit Behinderung. Für Musik sorgt auch László Kova am Keyboard. Das Multi-Talent liest zudem eigene Kurzprosa über die Elbe: „Ungarn lieben die Donau, aber die Elbe ist für mich schon lange ein vollwertiger Ersatz.“ Eva und Dieter Lehmann sind als Waschhaus-Stammgäste seit 19 Jahren mit von der Partie.
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Peter Schütt zeigt auf den weiß aufblühenden Taschentuchbaum südlich des Planetariums. „Seine Blüten leuchten im Mondschein.“ Am 24. Juli ist Vollmond. Die Lesung findet statt ab 17 Uhr am Planetarium vor dem Café Schmidtchen. Eintritt frei.

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