2. September 2022
Winterhude

Auf spannender Spurensuche

Tag des offenen Denkmals mit über 160 Veranstaltungen vor Ort und digital

Die Reformschule des Stadtbaumeisters Albert Erbe wurde 1910 in Betrieb genommen beeindruckt durch die Kraft ihrer Farbgestaltung Foto: Carl-Jürgen Bautsch

WINTERHUDE Das Motto des Tags des offenen Denkmals vom 9. bis 11. September lautet diesmal „Kultur Spur. Ein Fall für den Denkmalschutz” und lädt ein, sich auf spannende Spurensuche zu begeben. 160 Veranstaltungen – darunter auch in Winterhude – laden dazu ein, die Hamburger Denkmallandschaft zu erkunden.

Vor Ort wird es Besichtigungen, Führungen und Rundgänge für Erwachsene und Kinder sowie Fahrten mit historischen Fahrzeugen geben. Ein breites Familienprogramm sowie ein buntes Kulturprogramm mit einer Denkmalnachtradtour, Konzerten, einem Landschaftstheater und vielem mehr runden die Veranstaltung ab. Aber auch von zu Hause können Denkmäler erkundet werden: Das digitale Programm wird am 9. September um 11 Uhr unter www.denkmaltag-hamburg.de veröffentlicht.

• Das 1886 fertiggestellte, eingeschossige Sierich‘sches Forsthaus in der Otto-Wels-Straße 3 wurde von Adolph Sierich (1826-89) für den Waldhüter des Sierich‘schen Gehölzes errichtet und wurde Teil des 1914 von Fritz Schumacher erbauten Hamburger Stadtparks. Nach langem Leerstand und zeitweiser Verwahrlosung wurde das Gebäude vom Stadtpark Verein entkernt und saniert. Es dient heute als Informations- und Kommunikationszentrum sowie als Sitz des Stadtpark Vereins und steht seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz. Die Parkführungen um 11 und 14 Uhr starten am Forsthaus. Geöffnet ist das Haus am Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

• Mit der Hans-Henny-Jahnn-Orgel in der Heinrich-Hertz-Schule (Grasweg 72-76, Aula, Haus C, 1. Stock) konnte H. H. Jahnn erstmals seine orgelbaulichen Ideale verwirklichen, die er aus wichtigen historischen Vorbildern und harmonikalen Gesetzmäßigkeiten entwickelt hatte. Damit stellt die Orgel einen Meilenstein in der Entwicklung des Orgelbaus dar, wozu auch die Gestaltung des Prospekts durch Fritz Schumacher beiträgt. Das Zusammenspiel von Klang und Gestaltung zeugt von einer modernen Auffassung der Einbindung des Instruments in die ästhetische Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Programm: Sonntag, 15-18 Uhr: Studierende der Hochschule für Musik Hamburg spielen die Orgel zwischen 15 und 18 Uhr und geben Erläuterungen zur Funktionsweise der Orgel.

• 1903 wurde in Hamburg ein neues Schulbauprogramm formuliert. Die 1910 in Betrieb genommene Reformschule des Stadtbaumeisters Albert Erbe in der Forsmannstraße 32 diente dabei als Muster und Vorbild. Große Teile der ehemals reichen Ausstattung gingen im Laufe der Jahre verloren. Bei der Recherche wurden historische Fotos und bauzeitliche Ausstattungsbeschreibung gefunden. Die Sanierung 2019 unter der Leitung von Winking Froh Architekten sollte vor allem die Kraft der ehemaligen Farbgestaltung und das äußere Erscheinungsbild herausarbeiten. Die Schule erstrahlt nun wieder in ihrer ursprünglichen, kräftigen Farbigkeit. Führung am Samstag von 11-13 Uhr, nur nach Anmeldung bei romahn@winking-froh.de oder Telefon 374 953 13.

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