10. Juli 2021
Winterhude

Anwohner fordern Ausnahmeregelung

Greflingerstraße: Parken nur in Fahrtrichtung

Setzen sich für beidseitiges Parken in der Greflingestraße ein (v. l.): Saskia Schön, Julia Hackelöer und Marlin Bischoff
Foto: Hanke

WINTERHUDE  In der kleinen Greflingerstraße herrscht unter vielen Anwohnern eine gereizte Stimmung. Nicht erst seit heute können sie nicht verstehen, dass in „ihrer“ Straße nicht auf beiden Seite in beide Fahrtrichtungen geparkt werden kann.
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Wer entgegen der Fahrtrichtung parkt, erhält sofort ein Knöllchen. In Fahrtrichtung parken ist Vorschrift, da der Gesetzgeber eine Verkehrsgefährdung beim Ein- und Ausparken befürchtet, wenn entgegen der Fahrtrichtung geparkt wird. Doch in der überschaubaren Greflingerstraße sehen die Anwohner diese Gefahr nicht. Zumal hier aufgrund der schmalen Breite der Fahrbahn keine Lkw parken können, die die Sicht versperren.
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Weil die Greflingerstraße zwischen Sierich- und Dorotheenstraße verläuft, wird hier viel entgegen der Fahrtrichtung geparkt, was in erster Linie dem wechselnden Einbahnverkehr in der Sierichstraße geschuldet ist. Und der Parkplatznot. Wer hier einen freien Parkplatz entdeckt, wird ihn nehmen, unabhängig von der jeweiligen Fahrtrichtung.
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Ein Wenden an den Enden der Straße, um in die richtige Fahrtrichtung zu kommen, ist aber so gut wie unmöglich. Möglich nur unter dem Inkaufnehmen von erheblichen Verkehrsgefährdungen.
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Aufgrund dieser besonderen Lage wünschen sich viele Anwohner eine Ausnahmeregelung, die Möglichkeit, legal entgegen der Fahrtrichtung parken zu dürfen. „Alle haben sich hier mit dem Parken entgegen der Fahrtrichtung arrangiert. Beim Ein- und Ausparken hat es noch nie einen Unfall gegeben“, erzählt Anwohnerin Saskia Schön, die hier seit 13 Jahren wohnt.
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Behörde sieht Bedarf,will aber nichts ändern
„Wir kommen hier gut miteinander klar. Es ist noch nie etwas passiert“, ergänzt Nachbarin Julia Hackelöer, bereits seit 20 Jahren wohnhaft an der Greflingerstraße.
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Doch die gesetzliche Regelung ist eindeutig, und eine Ausnahme kommt für Polizei und Landesbetrieb Verkehr (LBV), die hier regelmäßig Straftickets schreiben, nicht infrage. Der LBV verweist lediglich auf die örtliche Polizeibehörde am Polizeikommissariat 33, die eine Ausnahme anordnen könnte. Ihre Kontrolleurinnen und Kontrolleure hätten aber keinen Ermessensspielraum. Die Polizei-Pressestelle erklärt für das PK 33, dass die Straßenverkehrsordnung „bindend“ sei, obwohl „eine besondere Situation des Parkens oder des Befahrens der Straße aus straßenverkehrsbehördlicher Sicht“ bestätigt werde. Die Bezirksfraktionen, die die Anwohner kontaktieren, äußerten sich deshalb wohl nicht. So bleibt den Anwohnern nur die Hoffnung: sich nicht erwischen lassen oder umständliche Fahrtwege in Kauf nehmen.

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