8. April 2020
Winterhude

Alles easy auf dem Isemarkt

„Läuft beim Einkauf, es muss ja“

Provisorische Abstandshalter sorgen für gebotene Distanz vor dem Gemüsestand Fotos: Haas

EPPENDORF/HOHELUFT Auch während der Corona-Beschränkungen ist einer der schönsten Hamburger Wochenmärkte offen.

Knapp ein Kilometer lang ist der Isemarkt, gut geschützt vor Wind und Wetter: unter der U-Bahn-Hochbrücke zwischen den Haltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum.

Derzeit sind jetzt weniger Aussteller da, und es gelten, wie überall, strikte Abstandsregeln: Auch wenn sich Bekannte begegnen und kurz mal miteinander schnacken. Der Marktleiter hat gerade alle Hände voll zu tun, keine Zeit für Auskünfte. In einem der leckeren Käsestände bedient Sabine Conrad die Kunden. „Läuft“, sagt sie knapp, „muss ja.“ Auch Frauke, die für Gemüse-Meyer frische Ware aus der Elbmarsch verkauft, ist zufrieden. „Wir alle sind froh, dass der Markt trotz Corona stattfinden kann.“ Damit sich die Kunden nicht ins Gehege kommen, wird überall an die Abstandsregeln erinnert, etliche Stände haben zudem für provisorische Abstandshalter gesorgt: mit Gemüsekisten oder rot-weißen Flatterbändern. Kleinere Stände nutzen Plexiglasscheiben. Die seien gerade in ganz Hamburg nicht mehr zu bekommen, weiß ein Verkäufer.

Viele Kunden tragen Mundschutz, alle Modelle sind zu sehen, darunter bunte Designs. Zwei Kundinnen sind stolz auf ihre selbst genähten Kreationen, posieren gerne für ein Foto: „So bleibt ja unsere Anonymität gewahrt“, sagen sie und lachen.

Auf dem Isemarkt gibt es – fast – alles zu kaufen: Neben Obst und Gemüse ist fangfrischer Fisch im Angebot oder wilde Austern aus dem Wattenmeer, die begehrten hausgemachten Nudeln oder Empanadas sowie leckere Fleisch- und Wurstwaren. Und sogar neuen Spargel sowie Rhabarber aus der Region, unter Folie vorgezogen. Der Markt findet wie gewohnt statt: dienstags und freitags von 8.30 bis 14 Uhr.

 

Zwei Eppendorferinnen präsentieren ihren Mundschutz – selbst kreiert Foto: Haas

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