18. Juni 2022
Uhlenhorst

Ein Jugendclub für Alte

70-jähriges Bestehen des Ernst-Deutsch-Theaters wird besonders gefeiert

Jugendclub

Der „Jugendclub der Alten“ tritt am 20. Juni im Ernst-Deutsch-Theater auf Foto: Oliver Fantitsch

UHLENHORST Vorhang auf für „Die Mundsburger*innen“!, den neuen „Jugendclub für Alte“, am Ernst Deutsch Theater (EDT). Elf Um-die-70-jährige aus den Stadtteilen rund ums EDT treten am Montag, 20. Juni, 19.30 Uhr, im Ernst Deutsch-Theater, am Friedrich-Schütter-Platz 1, auf.

Anlässlich des 70. Jubiläums des Theaters haben sie unter der Leitung von Schauspieler Sven Walser eine Inszenierung erarbeitet, in der sie von Glück und Leid, Liebe und Hass, von Träumen und gesellschaftlichen Visionen erzählen. Sie sind hier geboren oder zugezogen.

Wie Elisabeth Gajkowski, die seit 35 Jahren in Winterhude lebt. Sie besuchte schon zu Schulzeiten das Ernst Deutsch Theater. Durch eine Freundin, die am EDT spielt, kam sie zu den Mundsburger’innen und fand das erste Gespräch mit Sven Walser gleich „wahnsinnig angenehm“. Trotzdem war sie skeptisch: „Wie wird das wohl?“. Auf einer Theaterbühne hat sie noch nie gestanden. Doch jetzt freut sie sich riesig „auf die große Bühne“ am 20. Juni. „Die Geschichten sind sehr dicht geworden“, lobt sie Sven Walser, der aus den Lebensgeschichten der elf Mundsburger*innen jeweils besondere, unterschiedliche Teile zu einem Dialogstück zusammengefasst hat. Walser hatte die Idee zu diesem ungewöhnlichen Jubiläumsbeitrag, kreierte auch den Namen „Jugendclub für Alte“, legte bei der Auswahl der Mundsburger*innen Wert auf verschiedene Biografien, so dass zum Beispiel auch Menschen mit Migrationshintergrund mitmachten.

Das Publikum darf sich auf verschiedene Lebensberichte aus Winterhude, Uhlenhorst, Hohenfelde oder Barmbek freuen. Sven Walser verspricht auch „absurde Theatermomente“. Es wird gespielt, erzählt, gesungen. Und auch die Geschichte des Stadtteils und des Gebäudes des Ernst Deutsch Theaters, das ´mal ein UfA-Kino war, kommen zur Sprache. Mit Wolfgang Rose ist ein Spezialist für die Stadtteilgeschichte mit von der Partie. Der ehemalige Gewerkschafter und Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete sitzt seit Jahren im Freundeskreis und seit zehn Jahren im Aufsichtsrat des Ernst Deutsch Theaters.

Auf der Bühne des größten deutschen Privattheaters stand aber auch er noch nie. Stadtteilgeschichte ist aber nur ein Aspekt seines Auftritts. Er erzählt auch von „sehr persönlichen Lebenserfahrungen“, zum Beispiel vom Tod seiner Mutter. Seit 50 Jahren lebt er in Stadtteilen rund ums EDT. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Gruppe ist zusammengewachsen“, berichtet er. „Wir werden uns nicht mehr aus den Augen verlieren“, bestätigt Susanne Rüger, die seit 41 Jahren in Uhlenhorst wohnt, und ebenfalls viel über den Stadtteil zu erzählen hat. Auch sie wird am 20. Juni zum ersten Mal auf einer Theaterbühne stehen. Am Ende der Vorstellung kommt übrigens die Jugend auf die Bühne: Schülerinnen und Schüler der Ilse-Löwenstein-Schule zeigen, wem im Stadtteil die Zukunft gehört.

Karten für 10 Euro (inkl. Garderobe und HVV-Ticket) unter T 227 014 20 oder tickets@ernst-deutsch-theater.de

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