23. September 2022
St. Georg

Alternative gesucht: Sitzen statt parken

Parking-Day in St. Georg kam bei Anwohnern an

Viel zu viel Raum wird in Hamburg für das Parken von Autos belegt. Das will der BUND ändern und plädiert für eine autoarme Stadt Foto: Grell

ST. GEORG Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will sich schon lange gegen den wachsenden Autoverkehr im Hamburger Zentrum stark machen und hat mit einer Protest-Aktion auf die prekäre Situation öffentlich aufmerksam gemacht.

Statt parkender Autos konnten Passanten vier Stunden lang die Parkbuchten an der Langen Reihe für ihre Freizeit nutzen. Der BUND hatte die Parkplätze als Symbol für ein autoarmes Hamburg besetzt und verschiedene Aktionen, wie Yoga und eine Chillout-Lounge, angeboten. Von der Hausnummer 7 bis 25 durfte von 12 bis 16 Uhr „einfach mal kein Auto parken“, freute sich ein Anwohner, der sich die Lange Reihe als dauerhafte Fußgängerzone wünscht. Das Argument der Umweltschützer für eine Stadt ohne viele Fahrzeuge: „Viele Autos werden 23 Stunden am Tag nicht bewegt. Dabei nehmen sie auf einem öffentlichen Parkplatz zwölf bis 15 Quadratmeter Raum ein“. Bei mehr als 800.000 PKW in Hamburg sei das eine Fläche, die sechs Mal so groß ist, wie die Alster. Zum Vergleich: Für ein Kind stehe in Hamburg rund zehn Quadratmeter öffentliche Spielfläche zur Verfügung. Auf diesen Missstand wollte der BUND zusammen mit dem Bezirksamt Hamburg Nord, dem Fußgängerschutzverein und anderen Organisationen aufmerksam machen. Picknicken und spielen, wo sonst nur Autos herumstehen, sollte auf die „Dringlichkeit einer Veränderung hinweisen“. Die Aktion fand großen Anklang und wenn es nach den Anwohnern der Langen Reihe ginge, könnte das einmalige Projekt schnell zu einer Dauerlösung werden. In die Innenstadt kommt „man eh am besten mit den Öffis.“

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