27. August 2021
City

Rathauspassage braucht Rückenwind

Zur Wiedereröffnung fehlen rund 600.000 Euro

Horst Kleemann mit „Empathie-Aktie“: Wer sie erwirbt, trägt bei zur Fertigstellung von Hamburgs sozialem Wohnzimmer Foto: Haas

CITY Der Rohbau unter dem Rathausmarkt ist fertig. Die Stadt unterstützte den Umbau bereits mit 2,6 von insgesamt 4,4 Millionen Euro. Zur Wiedereröffnung der Rathauspassage fehlen aber noch rund 600.000 Euro: zum Innenausbau von Hamburgs „sozialem Hafen“.
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Bald bekommen hier wieder Menschen, die lange Arbeit suchten, ihre Chance unter sachkundiger Anleitung. Vor Sanierung und Umbau betrieben sie hier ein Bistro, das Buchantiquariat oder gaben Hamburg-Tipps am Tresen. Die Begegnungsstätte wurde 1998 gegründet von Stephan Reimers, Leiter des diakoni-schen Werks, und Mitstrei-tern. Seit Anfang 2020 wurde der Durchgang zum U-Bahnhof Jungfernstieg aufwendig saniert. Der Durchbruch zur Kleinen Alster bringt jetzt Tageslicht ins unterirdische Lokal. Das Charity Shop gegenüber blieb geöffnet, geführt von Aidan Akbulut, Horst Kleemann und Andreas Krüger. Eine Frau sichtet hier gerade hochwertige Secondhandkleidung. Ein Kunde sucht Bücher und Klassik-Schallplatten. Ein Passant will wissen: „Welche Summe steht noch aus?“ Kleemann zeigt auf das Spendenbarometer. „Viele Stammkunden sind uns hier während des Umbaus treu geblieben. Sie kaufen ein und kommen auch, um spontan zu spenden“, erklärt Kleemann. Dazu zähle er auch, sagt der Kunde, der jetzt Mozartkonzerte auf LPs kauft. „Es war ein so gemütliches unterirdisches Ambiente“, schwärmt er. „Hierher kam ich gerne auf einen Kaffee oder ein Süppchen. Dabei konnte man gemütlich in Prachtbänden schmökern.“ Noch warten alle auf die Neueröffnung des Lokals mit Wohnzimmeratmosphäre.

Spenden, die das ermöglichen, sind willkommen. Info: www.rathauspassage.de

Rohbau
Tageslicht im Rohbau der Rathauspassage: mit großen Fenstern und Blick auf die Alsterarkaden Foto: Haas

 

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