5. August 2022
City

Ein neuer magischer Ort am Jungfernstieg

Gedenktafel mit Zauberstab enthüllt

Markus Schreiber und Sandra Quadflieg machen eine erste Probe, ob die Berührung des Zauberstabs tatsächlich Wünsche erfüllt Foto: Thomas Meyer, Lebendiger Jungfernstieg

CITY  Eine neue Gedenktafel mit Zauberstab am Jungfernstieg, gespendet vom Kulturverein Lebendiger Jungfernstieg, erinnert an die Hamburger Zauberkünstlerin und Händlerin für Zauberartikel Rosa Bartl (1884-1968).

Der Verein Lebendiger Jungfernstieg fördert seit 20 Jahren Kulturveranstaltungen Open Air und kostenlos auf dem Jungfernstieg, darunter ein Musik- und ein Filmfest. Der Vorsitzende Markus Schreiber freute sich bei der Enthüllung der Gedenktafel, dass es nun „etwas Bleibendes“ gibt, das der Verein den Hamburgerinnen und Hamburgern schenkt. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Tafel dem Vergessen etwas entgegensetzen können und gleichzeitig der berühmten jüdischen Hamburger Zauberkünstlerin Rosa Bartl gedenken“, sagt Sandra Quadflieg, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Lebendiger Jungfernstieg. „Und besonders freut es mich für alle Besucherinnen und Besucher, dass sie nun einen magischen Ort mitten im Herzen der Stadt haben.“ Das Berühren des Zauberstabs soll Wünsche erfüllen können.

Ein Wunsch der Spender wird sicher Wirklichkeit: Ganz viele Menschen werden den Zauberstab anfassen, denn dem erhabenen Stab kann bestimmt kaum jemand widerstehen, der ihn betrachtet. Auf diese Weise gibt es nicht nur eine kleine neue Touristenattraktion, sondern die Menschen werden auch daran erinnert, dass Hamburg früher ein Mekka der Zauberkunst war – und heute auch eine lebendige Zauberszene hat. Der Zauberhandel von Rosa Bartl und ihrem Mann Janos Bartl war weltweit bekannt. Die 1930er Jahre galten als Epoche des „Bartl-Booms“ vor dem Zweiten Weltkrieg. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten durfte Rosa Bartl wegen ihrer jüdischen Herkunft ihr Geschäft nicht mehr betreten. Heute ist die Zauber-Szene wieder lebendig und wird vom Publikum geschätzt. Ein Geschäft wie das von Rosa Bartl hat es so in Hamburg jedoch nicht mehr gegeben.

Auch interessant