7. Oktober 2020
Ausgabe Wandsbek

Wandsbeks bunte Einkaufswelt bleibt

Karstadt rüstet auf für die kommenden Jahre

Die Plakate können weg, das Warenhaus bleibt bestehen Foto: Je

WANDSBEK Die Straßen rund um den Wandsbeker Markt bleiben auch in Zukunft eine bunte Einkaufsmeile für alle Hamburger. Die Geschäftswelt mit großen Einkaufszentren und vielen mittleren und kleinen Fachgeschäften wird weiterhin viele Menschen in den Stadtteil locken.

Dabei war in den vergangen Monaten die Angst umgegangen, dass durch die vorgesehene Schließung der Karstadt-Niederlassung der Standort Wandsbek an Anziehungskraft verliert.

Weil der Vermieter, die Union Investment Real Estate GmbH und der Kaufhauskonzern sich nicht auf einen neuen Mietvertrag einigen konnten, war geplant, das Kaufhaus am 17. Oktober zu schließen.

Kündigungen wurden ausgesprochen. Der Ausverkauf begann – Ende September waren die Regale im Kaufhaus fast geleert. Doch dann geschah ein kleines Wunder: Der Mietvertrag für die Niederlassung wurde
in letzter Minute um 3,5 Jahre bis zum 30. April 2024 verlängert. Rund 120 Arbeitsplätze der Karstadt-Mitarbeiter wurden dadurch für die nächsten Jahre gesichert.
Zugeständnisse
„Wir haben erhebliche Zugeständnisse in Bezug auf die Mietbedingungen gemacht, und Galeria Karstadt Kaufhof hat wiederum eine kürzere Laufzeit im Mietvertrag akzeptiert. Auf diese Weise behalten wir den wichtigen Mieter in unserer Immobilie“, resümierte Jörn Stobbe, Mitglied der Geschäftsführung bei Union Investment, nach der Einigung.

Alle Mitarbeiter der Filiale würden nun sofort damit beginnen, das Kaufhaus wieder hochzufahren, versicherte Werner von Appen, Geschäftsführer der Wandsbeker Karstadt-Niederlassung. So schnell wie möglich sollen die Kunden wieder auf das gesamte Sortiment zugreifen können.

Gleichzeitig soll in der Vorweihnachtszeit auch das angrenzende Einkaufszentrum Wandsbek Quarree, das derzeit für 40 Millionen Euro modernisiert wird, wieder zu einem attraktiven Einkaufsziel werden. Auch das Quarree ist im Besitz der Union Investment Real Estate GmbH.

Beide Geschäftswelten sind durch Zugänge verbunden.
Viele Menschen haben daran mitgewirkt, dass das kleine Wunder gelang und das traditionelle Karstadt-Haus in Wandsbek geöffnet bleibt. Vor allem die Mitglieder des Betriebsrats gehörten zu den treibenden Kräften.

Selbst als es im August nach gescheiterten Verhandlungen kaum noch Hoffnung gab, forderten sie die Geschäftsleitungen von Union Investment und Karstadt immer wieder dazu auf, sich erneut an den Verhandlungstisch zu setzen.

Ein Einsatz, der schließlich Erfolg brachte. Ein wichtiges Argument für den Erhalt des Kaufhauses dürften auch die Wandsbeker Bürger geliefert haben. Rund 20.000 Einwohner des Stadtteils hatten mit ihren Unterschriften gefordert: Karstadt-Wandsbek muss bleiben.

Auch interessant