18. Juni 2022
Wandsbek

Wohnungsbauziele verfehlt?

Aktuelle Stunde in der Bezirksversammlung

Werden die Wohnungsbauziele erreicht? Neubau an der Bramfelder Chaussee Foto: tel

WANDSBEK In der aktuellen Stunde diskutierte die Bezirksversammlung Wandsbek auf Antrag der FDP-Fraktion über den Wohnungsbau. FDP-Mann Finn Ole Ritter stellte dabei fest, dass die rot-grüne Koalition ihre Wohnungsbauziele im vergangenen Jahr verfehlt habe. Insbesondere die Entscheidung des Senats, städtische Grundstücke für den Wohnungsbau nur noch auf Erbbaupacht-Basis zu vergeben, habe die Fertigstellungen sinken lassen.

Ritter forderte außerdem, Baugenehmigungen schneller zu erteilen. Julia Brinkmann (Grüne) erklärte, der Bezirk Wandsbek habe die gesteckten Ziele im Wohnungsbau regelmäßig erfüllt oder sogar übererfüllt. „Bauen muss nachhaltiger werden“, forderte sie in Hinblick auf die Tatsache, dass 60 Prozent des CO2-Ausstoßes von Gebäuden in der Bauphase anfielen. Dazu gehöre vor allem mehr Sanierung anstatt immer abzureißen und neu zu bauen.

Rainer Behrens (Linke) ließ Zahlen sprechen: „Mit rund 7500 statt der vorgegebenen 10.000 Wohneinheiten hat die Stadt im vergangenen Jahr dramatisch weniger Fertigstellungen erzielt.“ Im Bezirk Wandsbek waren es laut Behrens 1375 anstelle von geplanten 2200 Wohneinheiten: „Insgesamt schleppt Hamburg aus den vergangenen Jahren rund 30.000 weniger Fertigstellungen im Vergleich zu den erteilten Baugenehmigungen mit sich.“

Behrens kritisierte, dass die Bauwirtschaft lange Zeit auf Billiglohnarbeiter aus Osteuropa gesetzt habe, statt selbst mehr auszubilden. Das Ergebnis sei nun der spürbare Fachkräftemangel in diesem Sektor. Xavier Wasner (SPD) sprach generell von einer sehr erfolgreichen Wohnungsbaupolitik seiner Partei seit dem Jahr 2011: „Darauf können wir stolz sein.“

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