13. November 2021
Wandsbek

Wandsbeker Bahnhof wird geschlossen

Am 11. Dezember halten die letzten Züge

Der letzte Zug hält am 11. Dezember am Wandsbeker Bahnhof Foto: Jenssen

WANDSBEK/MARIENTHAL Zum Ärger vieler Bewohner wird der Wandsbeker Bahnhof geschlossen. Die schnellen Verbindungen mit der Regionalbahn zum Hauptbahnhof oder nach Ahrensburg, Bargtheheide und Bad Oldesloe wird es nach dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember nicht mehr geben.

„Die Station Hamburg-Wandsbek wird für den Bau der neuen S4 außer Betrieb genommen. Die Züge halten zum letzten Mal am 11. Dezember. Die heutige Station macht Platz für die beiden Gleise der neuen S-Bahn-Linie S4“, teilte eine Sprecherin der Bahn auf Anfrage mit. „Der Rückbau beginnt zwar erst zu einem späteren Zeitpunkt, aber aus betrieblichen Gründen muss die Station jetzt schon geschlossen werden.“

Tipp der Bahn: Reisende sollten alternativ die Metrobus-Linie 10, die Stadtbus-Linie 162, sowie die U-Bahn und Busse vom ZOB am Wandsbeker Markt nutzen. Die Personenunterführung der Station mit Ausgängen nach Marienthal und zu den Bahngärten bleibt weiterhin geöffnet. Nachdem am 1. August 1865 der erste Zug an der Station Wandsbek abgefertigt wurde, wird nach 156 Jahren, am späten Abend des 11. Dezember, der letzte Zug am Bahnhof Wandsbek halten. In sechs Jahren sollen die Fahrgäste dann die Stationen der S4 in der Claudiusstraße und der Bovestraße nutzen. Die Bahn: „Die Teilinbetriebnahme von Altona bis Rahlstedt ist im Dezember 2027 geplant.“ Umstritten war der Bahnhof Wandsbek schon seit seiner Planung. „Ein Bahnhof im Abseits“ nannte ihn Heimatforscher Georg-Wilhelm Röpke.

In seinem Buch „Zwischen Alster und Wandse“ schildert Georg-Wilhelm Röpke, wie es zu dem Bau des Bahnhofs kam. Danach gab es damals heftige Auseinandersetzungen um die Trassenlegung der Bahnlinie von Hamburg nach Lübeck durch Wandsbek. Die meisten Bürger von Wandsbek hätten den Bahnhof gerne im Bereich der heutigen Wendemuthstraße gesehen. Dagegen setzte der Wandsbeker Gutsbesitzer und Immobilienhändler Johann von Carstenn durch, dass die Linie durch das Wandsbeker Gehölz gebaut wurde. Dem Gutsbesitzer, der 1861 das Wandsbeker Schloss abreißen ließ, gehörten viele Grundstücke in Marienthal. Er soll durch die Abtretungen von Teilen seiner Grundstücke an die Bahn erhebliche Entschädigungszahlungen erhalten haben.

Nun also werden am 11. Dezember die letzten Züge fahren und auch der Bahnhof zur Geschichte.

Das alte Bahnhofsgebäude am Wandsbeker Bahnhof bleibt erhalten. Die Mitarbeiter vom „Wirtshaus Wandsbek“ hoffen, dass die Gäste ihnen treu bleiben Foto: je

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