5. März 2023
Wandsbek

Sandsteinvasen drohen zu verfallen

Mitglieder vom ak denkmal fordern schnelle Hilfe

Fordern Hilfe für die Sandsteinvasen: Jörg Meyer (CDU,links) und Dr. Klaus-D. Curth Foto: je

WANDSBEK Ganz am Rande des Wandsbeker Marktplatzes führen sie ein unscheinbares Dasein. Gegenüber der Einfahrt in die Claudiusstraße stehen zwei graue Sandsteinvasen, die dringend fachkräftige Hilfe benötigen.

Die unter Denkmalschutz stehenden Sandsteinvasen haben für Wandsbek einen großen historischen Wert. Sie gehören zu den wenigen Resten der einst wunderschönen Schlossanlage.

„Sie sind 1757 von Heinrich Carl Schimmelmann bei seiner Übersiedlung von Dresden nach Hamburg mit einem Schiff auf der Elbe in die Hansestadt gebracht worden. Sie stammen vermutlich aus dem Nachlass des Grafen Brühl (ehemals kurfürstlich-sächsischer und königlich-polnischer Premierminister). Es ist aber auch möglich, dass sie von dem Bildhauer Dominique Rachette für Schimmelmann neu gefertigt wurden“, heißt es in dem Buch „Wandsbek – Ein historischer Rundgang“ von Michael Pommerening.

Nach dem Abriss des Wandsbeker Schlosses (1861) durch den Geschäftsmann Johann Castenn blieben nur zwei Sandsteinlöwen, das barocke Sandsteinwappen (Attika) und die beiden Sandsteinvasen erhalten.
Die Vasen standen zunächst auf dem Markt im Bereich des heutigen Puvogel-Gartens. Ab 1962 schmückten sie den Zugang zu dem Wandsbeker Gehölz neben dem Gemeindehaus der Christuskirche. Seit 2005 stehen sie wieder auf dem Wandsbeker Markt.

Im Laufe der Jahre hat der Zahn der Zeit schwer an den historischen Artefakten genagt. „Sie sind in einem desolaten Zustand“, stellten Jörg Meyer (CDU), Mitglied der Bezirksversammlung, und Dr. Klaus-D. Curth fest. „,Die Vasen sind stark verwittert und von Flechten überwuchert. Sie weisen außerdem zahlreiche Risse und Beschädigungen auf!“

Als Mitglieder im Arbeitskreis Denkmal des Wandsbeker Ausschusses für Haushalt und Kultur fordern Jörg Meyer und Dr. Curth eine zügige Restaurierung der Sandsteinvasen. Die Verwaltung soll durch einen Beschluss der Bezirksversammlung schnell prüfen, welche Restaurierungsmaßnahmen zum Erhalt der Vasen unter Denkmalschutzgesichtspunkten ergriffen werden müssen.

Außerdem soll ein Kostenplan für die Restaurierung erstellt werden. Falls es für die Rettung der Vasen notwendig ist, sollen gegebenenfalls auch Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Schließlich soll den Vasen nach der Restaurierung ein repräsentativer Standort auf dem Wandsbeker Markt zugewiesen werden.

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