4. November 2020
Wandsbek

Minuten, die Leben retten können

Polizeistreife sorgt für freie Fahrt und mahnt Falschparker ab

Festgefahren: die Drehleiter kommt nicht mehr weiter Foto: Hertel

WANDSBEK Polizeihauptkommissar (PHK) Oliver Kowalek (54) und die beiden Angestellten im Polizeidienst, Kay Gröbler (50) und Thomas May (50), vom Wandsbeker PK 37 sind heute in Sachen Parksünder unterwegs.

Es geht nicht um das übliche Falschparken. Die Aktion heißt: „Freie Fahrt für Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr.“ Zum Tross gehört auch die Besatzung eines Drehleiter-Fahrzeugs, immerhin rund elf Meter lang und 2,50 m breit. „Die Feuerwehr muss überall und schnell durchkommen“, erklärt PHK Kowalek. Er weiß genau, wo das in seinem Revier häufig nicht möglich ist.

In einer schmalen Ringstraße zwischen Grün und Mietwohnungen am Alten Teichweg zum Beispiel. Im Vorfeld hat die Polizei Flyer verteilt, um die Anwohner auf die Problematik aufmerksam zu machen. Doch schon nach wenigen Minuten, in der ersten kleinen Kurve, muss der Drehleiter-Fahrer passen. Irgendwelche Witzbolde haben das Halteverbotsschild umgedreht. Jetzt ist die Polizei am Zuge. Die gewöhnlichen Falschparker werden abgezettelt (rund 30 Euro Bußgeld).

Die Kennzeichen der Pkw, die das Weiterkommen der Drehleiter unmöglich machen, aber gleich an das Kommissariat gemeldet – Abschlepper Stephan bekommt Arbeit. „Da sind 60 Euro Bußgeld fällig. Hinzu kommen die Abschlepp- und Verwahrkosten. Das macht dann rund 300 Euro.“

Nicht zu vergessen: ein Punkt in Flensburg. Letzteres scheint einen Falschparker besonders zu wurmen. Er kommt zum Polizeifahrzeug und fragt scheinheilig: „Kann man da etwas machen?“ „Tut uns leid. Wir sind hier nicht auf dem Basar“, lautet Kowaleks Antwort, und er lässt eine sachliche Erklärung der Situation folgen. Klar wird die Polizei bei solchen Aktionen häufig provoziert, auch schon mal massiv beleidigt. Aber das erfahrene Trio hat ein dickes Fell, lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen.

Kowalek: „Wenn man mit den Leuten redet, sind sie meistens einsichtig.“ Die Aktion „Freie Fahrt …“ geht weiter, in der ganzen Stadt. Denn Minuten, die die Feuerwehr schneller am Einsatzort ist, können Leben retten.

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