25. September 2021
Wandsbek

Kontakte in die Partnerstadt

Neuntklässler der PAULUSSCHULE empfingen den russischen Generalkonsul

Der russische Generalkonsul Andrei Sharashkin wurde in der Paulusschule empfangen Fotos: fbt

BILLSTEDT Der russische Generalkonsul Andrei Sharashkin besuchte mit einem Jahr Corona-Verspätung jetzt eine neunte Klasse der Billstedter Paulusschule. Die Visite ist Teil des Projekts „#orientierung“. Kontakte zu einer Petersburger Schule gibt es schon.

Viele höfliche Worte, eine Ansprache, die russische Fahne und ein signiertes Putin-Porträt als Geschenke: Kontakte mit einem russischen Offiziellen können schon einmal ein bisschen barock wirken. Aber in der Paulusschule läuft es anders: Eine Schülerin und zwei Schüler können sich mit Sharashkin in seiner Sprache unterhalten und begleiten ihn in ihr Klassenzimmer. Dort gibt es zwar eine Rede des Diplomaten, die von einer hellen Zukunft in den deutsch-russischen Beziehungen und ihrer Wichtigkeit für Europa spricht, erwähnenswert ist aber vor allem ein Satz: Wenn man einen Russen zum Freund habe, tue er alles, „auch, wenn es für ihn von Nachteil ist“. Das sei allgemein in Russland so, sagt der Generalkonsul. Passend zum Ort des Geschehens lernen die Schüler noch Ungewöhnliches: Die drei Farben der russischen Flagge (weiß – blau – rot) stünden für „Glaube, Hoffnung, Liebe“; eine Formel, die aus dem ersten Korintherbrief des Apostels Paulus im Neuen Testament der Bibel stammt.

Paulus-Pfarrer Felix Evers lobt die deutsch-russischen Beziehungen auf besondere Weise, in dem er berichtet, drei Jugendliche, die er auf frühere Reisen mitgenommen habe, seien inzwischen mit russischen Partnern verheiratet. „Ich hoffe, die Reise klappt“, sagt Sharashkin.

„Freundschaft ist der Weg zum Frieden“

Was für eine Reise? Klassenlehrerin Bettina Meinert will mit ihren Schülern nach St. Petersburg fahren. Aber es gibt doch Vorbehalte gegen Wladimir Putin in Deutschland? Ihre Schüler seien „politisch wenig unterwegs“, antwortet die Pädagogin. Das Projekt „#orientierung“ bedeute, sich nach Osten zu wenden, Freundschaft sei der Weg zum Frieden. An die Billstedter Schule gehen 600 Jungs und Mädchen, die aus 100 verschiedenen Nationen stammen, darunter viele Russen, lernt der Besucher.

Die Schule, zu der die Billstedter Kontakt aufgenommen haben, passt gut: Dort sei der Schwerpunkt Deutsch, berichtet Lehrerin Meinert. Sie will mit ihren Kollegen und den Schülern einen Austausch auf den Weg bringen, der keine Eintagsfliege sein soll: Der Gegenbesuch der russischen Kollegen in Billstedt wird bereits anvisiert.

Klassenlehrerin Bettina Meinert will mit ihren Schülern nach St. Petersburg reisen Foto: fpt

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