2. September 2020
Wandsbek

„Inklusion heißt mittendrin“

Beirat in Wandsbek ist Ansprechpartner für Verwaltung und die Bürger

Die Mitglieder des Inklusionsbeirates Wandsbek sind seit einem Jahr im Amt Foto: wb

WANDSBEK „Man muss sich bewegen, wenn man etwas bewegen will.“ Und Christine Schmidt möchte etwas bewegen. Seit 2019 ist sie Vorsitzende des Inklusionsbeirates Wandsbek, setzt sich mit zwei Vorstandskolleginnen und einem Vorstandskollegen sowie 23 beratenden Mitgliedern für die Belange von behinderten Menschen ein.

Acht Jahre nach seiner Gründung ist der Inklusionsbeirat Wandsbek heute ein Expertenbeirat zu Fragen der Inklusion und Barrierefreiheit und steht dem Bezirksamt Wandsbek in dieser Funktion regelmäßig zur Seite. Bei der barrierefreien Gestaltung der Kundenzentren im Bezirk haben die Mitglieder ihre Erfahrungen eingebracht und Vorschläge erarbeitet: für die elektronischen Türöffner, die Schließzeiten bei den Aufzügen, die Lautsprecherdurchsagen in den Kundenzentren. Mitunter führen Gespräche gar nicht, dann wieder sehr schnell zum Erfolg. So wie im Wandsbeker Quarree, wo alle Türen so umgerüstet wurden, dass sie sich automatisch öffnen. „Vorbildlich“, sagt die Beiratsvorsitzende.

Der Beirat ist auch Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen bei Fragen der Inklusion und Barrierefreiheit. „Da geht es oft um konkrete Probleme“, sagt Christine Schmidt, „um Unebenheiten auf Gehwegen zum Beispiel oder um extrem hohe Kantsteine.“ Das leiten die Mitglieder weiter an die Verwaltung. Bei anderen Themen, wie etwa Eingliederungshilfen, haben sie mitunter gleich eine Lösung oder können auf zuständige Behörden oder Interessenverbände verweisen.

Die Mitglieder arbeiten, als Vertreter eines Behindertenverbandes, ehrenamtlich. Viele sind selbst behindert. Voraussetzung ist das nicht. Christine Schmidt ist hörbehindert und Beiratsmitglied im Sozialverband Deutschland. Barrierefreiheit heißt für sie, dass bei öffentlichen Veranstaltungen selbstverständlich neben Gebärden-sprachdolmetscher/-innen auch Schriftdolmetscher/-innen präsent und bezahlt werden müssen. „Inklusion heißt mittendrin. Jeder ist Teil der Gesamtmenge, jeder sollte die gleichen Chancen haben“, sagt sie.

Künftige Projekte? Ein barrierefreies Konzept bei der Gestaltung eines Neubaus, die weitere Verbreitung der Leichten Sprache, die Gründung einer AG mit Vertretern aller Inklusionsbeiräte in Hamburg. „Wir bleiben in Bewegung, damit sich etwas bewegt“, sagt Christine Schmidt.
Der Inklusionsbeirat tagt fünfmal im Jahr. Die Veranstaltung ist natürlich barrierefrei, mit dem Aufzug zu erreichen und wird von Schrift- und Gebärdensprachdolmetschenden begleitet.

www.hamburg.de/wandsbek/inklusionsbeirat/

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