8. Juli 2022
Wandsbek

Hausordnung für den Busbahnhof

Die Hochbahn kann das Hausrecht ausüben

Das Hausrecht für die Busumsteigeanlage Wandsbek wird künftig die Hochbahn ausüben Foto: sim

WANDSBEK In die kritische Diskussion über die „Trinkerszene“ am Busbahnhof Wandsbek-Markt ist Bewegung gekommen. Eine Lösung des Problems ist in Sicht. Ein schwerer Unfall mit einer alkoholisierten Person brachte vor einigen Wochen wohl das Fass zum Überlaufen.

Die Hamburger Behörde hat nun in einem Schreiben an die Hochbahn die Möglichkeit eingeräumt, für die Busumsteigeanlage Wandsbek durch entsprechende Hinweise das Hausrecht auszuüben. Bisher sei es nicht möglich gewesen, unerwünschte Personengruppen, die sich nicht zum Zwecke des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf den Anlagen aufhielten, einen Platzverweis auszusprechen, wie die Hochbahn mitteilte. Derartige Anlagen gelten nämlich als öffentlicher Raum. Es wurde angekündigt, die Busumsteigeanlage Wandsbek zum 1. August 2022 mit der Hausordnung zu beschildern. Sie wird vor Ort sichtbar ausgehängt.

Nach der Hausordnung ist zum Beispiel Alkoholkonsum außer in den ausgewiesenen Gastronomiebereichen nicht gestattet. Festgestellte Verstöße können zu Hausverweis, Hausverbot, Strafverfolgung und/oder Schadensersatzforderungen beziehungsweise Vertragsstrafen führen. Im Rahmen von Personalien-Feststellungen werde man die Unterstützung des Polizeikommissariats (PK) 37 anfordern, erklärte die Hochbahn.

Mit dieser Entscheidung hat sich der kürzlich gefasste Beschluss des Regionalausschusses Kerngebiet Wandsbek der Bezirksversammlung erledigt, zum Problem einen Runden Tisch mit Polizei, Hamburger Hochbahn und Bezirksamt einzurichten. Eine Eingabe hatte die Diskussion ausgelöst (das Wochenblatt berichtete). Die Sitzmöglichkeiten am Busbahnhof seien leider oft von Alkohol trinkenden Männern besetzt, die nicht mit einem Stadtbus fahren wollen, heißt es in der Eingabe. Auf einen Bus der Linie 116 zu warten bezeichnete der Petent als „sehr unangenehm“. Man fühle sich nicht wohl. Die CDU-Fraktion Wandsbek habe sich seit Jahren dafür eingesetzt, dass das Warten und Umsteigen am Busbahnhof angenehmer und sicherer wird, sagte Fraktionsvorsitzende Natalie Hochheim. Mit der Übertragung des Hausrechts auf die Hochbahn werde die Forderung nach einer klaren Regelung umgesetzt.

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