6. November 2021
Wandsbek

Glückwunsch Wandsbek!

Der Stadtteil wurde 725 Jahre alt

Als Wandsbek erst 570 Jahre alt war: Ansicht von 1866

WANDSBEK Es ist ein Geburtstag, um den nicht viel Aufhebens gemacht wurde. Dabei ist es ein runder Geburtstag. Aber wohl nicht rund genug. Es gab keinen Grund, ihn groß zu feiern. Deswegen an dieser Stelle nachträglich vom Hamburger Wochenblatt: Herzlichen Glückwunsch, liebes Wandsbek, zum 725. Geburtstag!

Der runde Jahrestag war am 10. Oktober. In einer Urkunde der Brüder Adolf und Johann von Schauenburg, Grafen von Holstein und Stormarn, die am 10. Oktober 1296 in lateinischer Sprache ausgestellt wurde, wird Wandsbek (damals „Wantesbeke“ genannt) erstmals urkundlich erwähnt.
Mit Wandsbek hätten auch die Stadtteile Wellingsbüttel, Farmsen-Berne, Oldenfelde, Volksdorf und Sasel Geburtstag feiern können. Auch sie verdanken ihre „Geburt“ der Urkunde der Grafen.
Sicher aber ist, dass es die Dörfer schon vorher gab. Ihre geschichtliche Daseinsberechtigung bekamen sie alle aber erst mit der ersten Namensnennung in dieser Urkunde.

So richtig erfreut werden die Bauern aus Wandsbek und Umgebung nicht über die Urkunde gewesen sein, regelte sie doch die Abgaben, die von den Dörfern an das Kloster Frauenthal in Harvestehude zu bezahlen waren.

Es waren der „Großzehnte“ (Geldabgaben, die nach dem Ertrag der Getreideernte errechnet wurden). Dazu kam der „Kleinzehnte“; Abgaben von lebendem Vieh wie Schweine, Kälber, Gänse und Hühner. Das berichtet der verstorbene Heimatforscher Georg-Wilhelm Röpke in seinem Stadtteil-Lexikon des Bezirks Wandsbek. Das Kloster Frauenthal war von der Großmutter der Grafen gegründet worden. Auch wenn die Urkunde nicht mehr im Original erhalten ist, hat sie dennoch ihre Gültigkeit. Das Original ging 1842 beim großen Hamburger Brand verloren. Eine Abschrift auf Pergament ist noch vorhanden und liegt sicher verwahrt im Hamburger Staatsarchiv.
Mit großem Pomp gefeiert wurde in Wandsbek vor 25 Jahren das 700. Jubiläum. Damals erstellten mehrere Historiker und Mitarbeiter des Bezirksamts eine umfangreiche Festschrift. Der damalige Bezirksamtsleiter Klaus Meister schrieb: „Es freut mich sehr, dass zum Stadtteiljubiläum so viele Einwohnerinnen und Einwohner dazu beigetragen haben, ein interessantes Festprogramm zu ermöglichen.“

In der Festschrift wird auch der erstaunliche Aufschwung von Wandsbek in den vergangenen 700 Jahren dokumentiert. Das kleine Dorf, das seinen „Zehnten“ an ein Frauenkloster abgeben musste, ist heute Mittelpunkt des bevölkerungsreichsten Bezirks von Hamburg mit rund 440.000 Einwohnern.

Der Wandsbeker Geschichtsstein mit dem Hinweis auf die erste urkundliche Erwähnung
Foto: Jenssen

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