15. Oktober 2022
Wandsbek

Einsparung – aber wo eigentlich?

Fehlanzeige bei den Angaben aus dem Bezirksamt Wandsbek

Die Uhr tickt: Aber wo und wie soll eigentlich im Bezirksamtsbereich Energie eingespart werden? Symbolfoto: GettyImages

WANDSBEK Ist das Energiesparen nur eine Aufgabe für den viel zitierten Bürger, nicht dagegen für Behörden? Nach einer Kleinen Anfrage der Wandsbeker FDP-Fraktion an das Bezirksamt zur „Reduzierung von CO²-Emissionen in öffentlichen Gebäuden“ verdichtete sich dieser Verdacht.

Dort stellten die Liberalen der Bezirksverwaltung 20 Fragen. So wollten sie unter anderem wissen, wie viel Tonnen Kohlendioxid (CO²) die Gebäude der Stadt im Bezirk in den vergangenen Jahren ausgestoßen haben, bekamen vom Bezirksamt allerdings entweder gar keine („Dem Bezirksamt liegen keine entsprechenden Daten vor“) oder nur einsilbige Antworten.

Grund genug, das Thema in der aktuellen Stunde der Bezirksversammlung ausführlicher zu behandeln. Finn Ole Ritter (FDP): „Hamburg hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, seinen CO²-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent zu senken. Bislang gibt es aber noch nicht mal eine Machbarkeitsstudie zur Ermittlung der Potenziale im Wohnungsbestand. Jährlich sollen zwei Prozent der Gebäude energetisch saniert werden.

Vergangenes Jahr schaffte Hamburg aber nur 0,6 Prozent.“ Während Rainer Schünemann (SPD) durchaus Fortschritte sieht – „Die Verwaltung heizt nur noch bis 19 Grad, und in den Ämtern wurden sogar die Kaffeemaschinen abgeschafft“ – kam von Rainer Behrens (Linke) Unterstützung für die Liberalen: „Die Einsparpläne gibt es. Aber wo bleibt die Umsetzung?“

Ritters Fazit: „Wenn die Reduzierung der CO²-Emission beim größten Verursacher, dem Gebäudesektor, in dem Schneckentempo weitergeht, werden Hamburg und Wandsbek die ambitionierten Klimaziele des Senates nicht erreichen!“

Finn Ole Ritter sorgt sich um die Klimaziele Foto: tel

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