28. Oktober 2020
Wandsbek

Ausbau mit Schattenseiten

Wandsbeker FDP kritisiert Verlust von Bäumen

Zahlreiche Bäume wurden für den Veloroutenausbau gefällt, hier in der Kuehnstraße in Jenfeld Foto: rg

WANDSBEK / JENFELD Im Rahmen des Ausbaus von Velorouten und Freizeitstrecken für Radfahrer sind im Bezirk Wandsbek bereits 118 Bäume gefällt worden. Das erfuhr die FDP-Bezirksfraktion durch eine Kleine Anfrage. Darunter befinden sich demnach auch große, alte Bäume, die für das Mikroklima wichtig sind. Die Nachpflanzung von 210 neuen Bäumen ist nach Ansicht der FDP nur auf den ersten Blick eine gute Bilanz.

Oft seien neue Standorte für die jungen Bäume gewählt worden. „Dem Klima an der Straße, wo die alten Bäume standen und für gute Luft und Schatten sorgten, nützen neue Standorte leider gar nichts“, so Gert Wöllmann von der Gesamtfraktion der Wandsbeker FDP.

Auch Parkplätze verschwinden

Und die nachgepflanzten Bäumchen würden zudem Jahrzehnte brauchen, um den Klimaeffekt der alten Bäume zu erreichen. Besonders viele Bäume mussten bislang für die Veloroute 7 weichen, kritisiert die FDP. Laut Auskunft der Verwaltung betraf dies bislang 103 Bäume: 87 in Jenfeld, neun in Rahlstedt und sieben in Marienthal. Außerdem seien bislang 183 Parkplätze für den Veloroutenausbau weggefallen. „Mögliche Alternativstandorte wurden erst gar nicht in der Planung berücksichtigt“, so die Bezirksabgeordnete Petra Haunhorst. Auch hier traf es Jenfeld am stärksten.

Insgesamt 61 Parkplätze sind dort ersatzlos entfallen. Für die Veloroute 7 waren es insgesamt 81 von zuvor 759 Parkplätzen, etwas mehr als zehn Prozent. Die Mobilitätswende stelle die Verwaltung offenbar vor ein Dilemma, so die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Wolff. „Nicht alle Forderungen der Politik passen unter einen Hut, und auch die Bürger zeigen Bedarfe.“ Das Ziel, dem Radfahren mehr Raum und Sicherheit zu geben, begrüße die FDP ausdrücklich, nur die politische Umsetzung nicht.

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