15. April 2021
Wandsbek

Mehr Transparenz nötig

FDP kritisiert Bezirks-Informationspolitik

Arbeitsplat Corona

Ansteckungs-Hotspot Arbeitsplatz Foto: Getty

Fordert eine bessere Information in Sachen Pandemie: die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Wolff Foto: tel

WANDSBEK  „Hier läuft einiges schief“ – mit diesen Worten kritisierte die FDP-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung Wandsbek, Birgit Wolff, die Informationspolitik des Bezirksamtes in Sachen Corona. Dem Debattenbeitrag waren zwei Kleine Anfragen der Wandsbeker Liberalen an das Bezirksamt vorausgegangen. Zu den meisten Fragen konnte (oder wollte) das Bezirksamt wenig Erhellendes beitragen – Beispiel – Frage: „Wie hoch war der prozentuale Anteil der erfolgreichen Corona-Nachverfolgungen? Antwort: Dies wird nicht statistisch erfasst.

Frage: Welche maßgeblichen Infektionsbereiche/Orte wurden im Wandsbeker Gesundheitsamt identifiziert? Antwort: Die Frage kann aufgrund der unklaren Fragestellung nicht beantwortet werden.
Und weiter: Hinsichtlich der Infektionsrisiken in Öffentlichen Verkehrsmitteln kann wegen fehlender Statistik keine Aussage getroffen werden. Gleichlautend war die Antwort des Bezirksamtes auf die Frage nach Infektionsrisiken in Supermärkten. Ebenfalls unbeantwortet blieb die Frage, an welchen drei Orten beziehungsweise bei welchen Ereignissen (etwa im Haushalt, am Arbeitsplatz, in Supermärkten oder in öffentlichen Verkehrsmitteln) die meisten Infektionen stattgefunden haben. Immerhin kam heraus, dass Krankenhäuser, Flüchtlings- und Wohnunterkünfte die Orte mit den meisten Infizierten waren. Die entsprechende Statistik gibt aber laut Bezirksamt keine Auskünfte darüber, an welchen Orten sich diese Betroffenen infiziert haben.

Über so wenig Erkenntnis zeigte sich Birgit Wolff geradezu erschüttert: „Ein mündlicher Lagebericht im Monat an die Fraktionen durch das Bezirksamt reicht bei weitem nicht aus. Wenn man keine Daten über die Schwerpunkte des Infektionsgeschehens hat, kann man keine Gegenmaßnahmen treffen. Für mich grenzt das an unterlassene Hilfeleistung.“ Den FDP-Antrag, den monatlichen Lagebericht in Sachen Corona-Pandemie entsprechend der Anfrage erheblich auszuweiten, lehnten SPD und Grüne jedoch mit dem Argument ab, das Gesundheitsamt Wandsbek sei nicht für die Analyse der gewonnenen Daten zuständig.

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