28. Oktober 2020
Ausgabe Wandsbek

Stadtteilgespräche-Gründer geht

Was Leonhard Baumert im Viertel bewegte

Die 117. Stadtteilgespräche waren dann auch die letzten mit Leonhard Baumert als Leitung Foto:Grell

EILBEK Kaum eine Institution ist so beständig in einem Quartier, wie die Eilbeker Stadtteilgespräche. Nach nun 28 Jahren konnte Leonhard Baumert, der die Runde für den regel-mäßigen Austausch im Stadtteil einst gründete und über drei Jahrzehnte auch als Leitung begleitete, jetzt zur 117. Sitzung einladen.

Gleichzeitig war dieses Zusammentreffen in der Hasselbrookschule dann auch sein letzter Austritt, denn „die Monate lange Unterbrechung durch die Corona-Krise hat nun am Ende doch den Ausschlag gegeben, dass ich mich jetzt endgültig zurückziehen möchte“, so Baumert. Seinen ehrenamtlichen Posten hat er an Ingo Freund und die Pastorin Antje William abgegeben.

Dass die Eilbeker Stadtteilgespräche vor allem auch das Verdienst von Leonhard Baumert waren, der mit seinem Engagement und manchesmal geradezu mit Engelszungen mit jedem noch so harten Brocken ins Gespräch kommen konnte, weist der Eilbeker bescheiden zurück.

Bewegen konnte Leo Baumert zusammen mit den vielen Gästen, die er regelmäßig zu den Treffen zusammentrommelte dennoch eine ganze Menge. So sind die Dauerbrenner im Quartier, wie die Lärmbelastung an der Magistrale und der Verlust der Nahversorge an der Chaussee immer im Fokus geblieben und verschiedene Modelle entwickelt worden, um die Situation hier zu verbessern.

Aktiv im Stadtteil

Ein zusätzlicher Blitzer wurde auf Anregung der Stadtteilgespräche aufgestellt, es eine Verengung der sechs Spuren auf nur vier diskutiert und immer wieder versucht, neben Nagelstudios und Sonnenbänken auch Geschäfte für die Wandsbeker Chaussee zu begeistern, die den gesamten Anwohnern zu Gute kommen sollten.
„Wir haben uns mit den Stadtteilgesprächen auch immer für die Jugendlichen eingesetzt“, erinnert Baumert, der sich für den Jugendtreff und die Spielplätze im Stadtteil stark machte.
Der Grundgedanke der Stadtteilgespräche sei die Stimme für Eilbek gewesen, mit der Baumert, der auch in der Politik Erfahrung hatte, dann im Bezirk aktiv werden konnte.
Um Vereine und Institutionen in Eilbek zu vernetzen, dafür hat Leo Baumert die Stadtteilgespräche immer wieder an verschiedenen Orten stattfinden lassen. So konnten sich die Häuser mit ihrer Arbeit vorstellen und die Besucher die Einrichtungen, wie Schulen, Unterkünfte und Beratungsstellen kennenlernen.

Große Aufgabe

Leonhard Baumert hat das Stadtteilfest ins Leben gerufen, für Kunstrasen in den Sportvereinen gekämpft, sich um vermüllte Ecken im Stadtteil gekümmert, sich gegen Luxussanierungen ausgesprochen und sogar der Hochbahn vorgeschlagen, eine der U-Bahn-Station in „Eilbek“ umzubenennen.

Jetzt stehen die beiden neuen Leiter, Antje William und Ingo Freund vor einer riesen Aufgabe: Die Eilbeker Stadtteilgespräche in gewohnter Weise weiter zu organisieren und ohne Leo Baumert auszukommen, der Seele des Ganzen war. Einen kleinen Trost gibt es da aber wohl: „Ich werde auf jeden Fall als Gast dabei sein“, betont Baumert.

Leonhard Baumert konnte im Stadtteil so einiges bewegen
Foto: Grell

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