15. Juli 2021
Marienthal

Streit um Gehweg-Parken geht weiter

Jetzt werden Knöllchen verteilt. Anwohner sauer

An vielen Stellen in der Oktaviostraße kann man bei der Ausfahrt vom Grundstück nicht mehr die Straße einsehen. Foto: sim

MARIENTHAL Die Polizei hat über viele Jahre das Gehweg-Parken in der Kielmannseggstraße und den benachbarten Straßen in Marienthal geduldet, die Verkehrsordnungswidrigkeit nicht geahndet. Nunmehr aber werden nicht mehr beide Augen zugedrückt.

In den vergangenen Monaten habe es eine „massiv anhaltende Beschwerdenlage“ wegen Geschwindigkeitsübertretung in der Tempo-30-Zone gegeben, wie die Straßenverkehrsbehörde des Polizeikommissariats (PK) 37 auf Anfrage des Wochenblattes mitteilte. Man werde das seit 2011 geltende Recht durchsetzen.
Danach dürfen die Fahrzeuge nicht mehr auf dem Streifen zwischen Fahrbahn und öffentlichem Gehweg abgestellt werden. Das Parken auf dem Gehweg sei nur zulässig, wenn das entsprechende Verkehrszeichen dies erlaubt, heißt es. Fehle es, ist am rechten Fahrbahnrand zu parken. Die Polizei hatte vor einigen Wochen Flyer mit Hinweisen für ein ordnungsgemäßes Parken unter die Leute im Wohngebiet gebracht, danach bei Ordungswidrigkeiten Knöllchen verteilt.

Nach Angaben der Polizei wird es zeitnah zu einem Gepräch mit einem Vertreter der Anwohner kommen. Sie sind verärgert über die neue Parklage. Auf den Fahrbahnen werde es sehr eng, Einfahrten zu den Grundstücken seien zugeparkt, die Unfallgefahr steige. Etwa 300 Anwohner haben mit Unterschriften ihr Anliegen zum Ausdruck gebracht.

Vor allem für Kinder komme es zu gefährlichen Situationen, einige von ihnen haben erstmals Angst die Straße zu überqueren, meint Familienvater Dr. Jan Klatt. Auch Rettungswagen, Feuerwehr und Müllabfuhr hätten ein Problem. Von Verkehrsberuhigung könne keine Rede sein, ganz im Gegenteil, es sei „chaotisch“. Manfred Mertens betonte, dass es keine Gründe für Veränderungen gibt, denn „zum weitaus überwiegenden Teil“ wird die Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten.
In die Parkstreifen auf dem Gehweg sei bereits viel Geld investiert worden, so ein weiteres Argument der Anwohner. Bäume wurden durch Metallbügel geschützt, befestigte Flächen entstanden.

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