30. April 2021
Marienthal

Neuer Wohnraum am Osterkamp

„Leben mit Behinderung Hamburg“ saniert denkmalgeschütztes Gebäude

Das „weiße Haus“ am Osterkamp soll im kommenden Jahr wieder behinderten Menschen als Wohnraum zur Verfügung stehen Foto: Jenssen

MARIENTHAL In Marienthal entsteht ein neues Heim für Menschen mit Handicap. An der Kreuzung Osterkamp/Rodigallee will die gGmbH „Leben mit Behinderung Hamburg“ im kommenden Jahr Wohnungen für 13 Menschen schaffen, die mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen zu kämpfen haben.

Die weißen Gebäude am Osterkamp 54, die seit über vier Jahren nicht mehr genutzt werden, sollen zum Teil saniert und zum Teil abgerissen und neu gebaut werden. Der zu sanierende Gebäudeteil steht unter Denkmalschutz. Der Neubau wird als umweltfreundliches Holzhaus geplant.

In einem Teil des neuen Wohnheims werden Wohnungen für vier Personen eingerichtet, die Unterstützungsbedarf haben und unter Erkrankungen aus dem Autismus-Spektrum leiden. In dem anderen Teil werden neun Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen eine Heimat finden.
Das Haus, das der Edgar und Ilse Engelhard-Stiftung gehört, diente bereits in früheren Jahren behinderten Menschen als Unterkunft. So wohnte dort unter anderen Hans-Erich Engelhard, der behinderte Sohn des Stifter-Ehepaars.

Der FDP-Politiker Edgar Engelhard (1917–1979) war lange Zeit unter den Bürgermeistern Kurt Sieveking (CDU), Max Brauer (SPD) und Paul Nevermann (SPD) Zweiter Bürgermeister in Hamburg.
Einen Skandal während seiner Amtszeit gab es 1965 beim Besuch der Queen in Hamburg, als Ilse Engelhard kurzfristig als Hamburgs „First Lady“ einspringen musste, nachdem sich Paul Nevermann und seine Gattin nach einem Streit getrennt hatten.

In der gGmbH „Leben mit Behinderung Hamburg“ haben sich mehr als 1500 Familien mit einem behinderten Angehörigen zusammengeschlossen. Der Verein steht behinderten Kindern, Erwachsenen und ihren Familien zur Seite. Er bietet den Menschen mit Handicap Arbeit, Wohnmöglichkeiten und Freizeitangebote.

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