6. August 2022
Hinschenfelde

Gute Nachbarschaft: hier wird sie gelebt

Verein „Machbarschaft“ hat neuen Vorstand

Gute Seelen des Vereins: Wolfgang Suer, Marion Hartwig und Brigitte Dingel (v. links) Foto: Jenssen

HINSCHENFELDE/WANDSBEK Für Senioren werden häufig kleine Schwierigkeiten zu großen Hürden. Zum Beispiel wenn sie den schweren Einkauf nicht mehr schleppen können oder wenn der Fernseher nicht mehr das Programm zeigt, das er zeigen sollte.

Viele dieser Probleme, an denen ältere Mitbürger verzweifeln, sind von jüngeren Menschen, die mitten im Leben stehen, in Nullkommanichts gelöst. In kürzester Zeit wäre es ihnen möglich, auch das Problem von ihren älteren Nachbarn zu lösen.

Damit jüngere Menschen älteren Mitbürgern problemlos helfen können, wurde in Hinschenfelde im Juni 2014 der gemeinnützige Verein „Machbarschaft Wandsbek-Hinschenfelde e.V.“ gegründet. Das Motto des Vereins: „Gute Nachbarschaft ist machbar“.
„Seit Januar 2015 organisieren und koordinieren wir aktiv ehrenamtliche und verbindliche Nachbarschaftshilfe“, sagt Wolfgang Suer.

Der ehemalige Optikermeister Suer (72) übernahm 2018 die Leitung des Vereins. Im Juni 2022 trat er zurück. Er möchte sein eigenes Alter noch einige Jahre genießen, ist aber für den Verein weiter tätig. Die Vereinsleitung übernahm Marion Hartwig. Brigitte Dingel wurde zweite Vorsitzende.
Anfangs 30 Mitglieder

Angefangen hat „Machbarschaft“ unter der Leitung von Claudia Orgaß. Damals hatte der Verein 30 Mitglieder. „Jetzt haben wir 240 Mitglieder. Davon 40 Helfer, die 180 Senioren betreuen. Dazu kommen 20 Fördermitglieder“, sagt Suer.
Bis Ende 2021 hatte der Verein bei 6.700 Einsätzen 8.900 Stunden Hilfe geleistet.

Alle Mitglieder zahlen einen monatlichen Beitrag: Einzelpersonen 32, Ehepaare 46 Euro. Die Hilfsleistungen sind nicht umsonst. Die Unterstützung pro Stunde beträgt 8,60 Euro (halbe Stunde: 4,30 Euro).

Bei einer Stunde Einsatz gehen von den 8,60 Euro 1,80 Euro an den Verein, 6,80 Euro an den Helfer. Die Helfer können mit dem Geld ein Konto bei „Machbarschaft“ eröffnen. Sollte sie im Alter Hilfe benötigen, wir das verrechnet.
„Nicht nur die schnelle Hilfe ist wichtig für Senioren, auch der Kontakt zu den Helfern. Daraus sind schon echte Freundschaften entstanden“, berichtet Wolfgang Suer.

Für den Umgang mit Senioren werden den Helfern Schulungen angeboten. Dabei geht es um Erste Hilfe, den Umgang mit Demenz oder das Kommunizieren mit älteren Leuten.

Für Mitglieder, Helfer, Förderer und Nachbarn veranstaltet der Verein am 17. September ein großes Sommerfest auf dem Gelände vor dem Vereinsbüro an der Dernauer Straße 27a. Dann wird aus „Machbarschaft“ wieder gute Nachbarschaft.

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