13. März 2021
Ausgabe Wandsbek

Hausbesitzer zeigt Bahn an

Ehemalige Schlosspark-Bäume sollen gefällt werden

Teile des Gartens sollen für die neue Bahnlinie gerodet werden Foto:Jenssenwerden

MARIENTHAL/WANDSBEK Der Streit um eines der schönsten Grundstücke in Marienthal geht weiter.
Die Bahn möchte an dem Grundstück, das direkt an der neuen Bahnlinie für die S4 und der Güterbahnstrecke liegt, Bäume fällen und Hecken roden, um Platz für ihre Arbeiten zu schaffen.

Ende Februar, bis dahin dürfen Bäume gefällt werden, standen die von der Bahn beauftragten Arbeiter vor dem Grundstück. Sie wollten die Zäune abreißen,
um mit den Rodungsarbeiten zu beginnen. Kay Detlev K., der von Nachbarn alarmierte Sohn der Hausbesitzerin, konnte die Arbeiten gerade noch stoppen (das Wochenblatt berichtete).
Jetzt gibt es ein gerichtliches Nachspiel. Kay Detlev K. hat Strafanzeige gegen Mitarbeiter der Deutschen Bahn gestellt.

Die Klage lautet auf Verleumdung, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Die Bahn hatte behauptet, ihr Vorgehen sei rechtmäßig, es habe einen unterschriebenen Vertrag bei der Enteignungsbehörde gegeben. Das bestätigt Kay Detlev K. Er erklärt aber: „In dem Vertrag sind Auflagen für die Bahn enthalten, an die sie sich nicht gehalten hat.“
Unter anderem sollte ein Baumschutzexperte sich den Garten ansehen, bevor dort etwas passiert. Kay Detlev K.: „Dieser Garten ist äußerst schützenswert.

Viele Bäume stammen noch aus Zeiten des Schlossparks.“
Über einen Teil des Grundstücks soll später ein Zugang zu dem geplanten S-Bahnhof Claudiusstraße gelegt werden. „Unsinnig. Busse, die dort Fahrgäste aufnehmen, können gar nicht an den dort geplanten Bahnhof heranfahren“, sagt Kay Detlev K.
Ärger auch über den Schriftverkehr mit der Bahn. Viele Briefe der Bahnjuristen gingen an die 97-jährige Mutter von Kay Detlev K., die auch in dem Haus wohnt.

Ihr Sohn: „Sie hat sich über das Vorgehen der Bahn so aufgeregt, dass sie in ein Krankenhaus musste.“
Die Pressestelle der Bahn zu den Vorwürfen: „Wir äußern uns zu laufenden Verfahren nicht, betonen aber mit Nachdruck, dass wir nichts Illegales gemacht haben.“

Weitere Klagen gegen die Bahn laufen auch wegen des illegalen Fällens von Bäumen an der Bahnlinie. „Außerdem“, sagt Arnold Harmsen, der
Vorsitzende des Vereins Lärm- und Umweltschutz Wandsbek-Marienthal, „läuft ja noch
die Klage gegen das Planfeststellungsverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die Entscheidung wird Ende des Jahres erwartet.“

Auch interessant