5. Mai 2023
Eilbek

Eine Frau, ein Rennen, fünfmal Platz 1

Lokalmatadoren überzeugten beim 37. Haspa Marathon Hamburg

Lustige und luftige Belohnung: Eine gute Freundin schenkte Tabea Themann im Ziel einen Bären-Ballon für ihren zweiten Hamburger Marathon-TitelFoto: G. von der Geest

HAMBURG/EILBEK Am vorvergangenen Wochenende feierte die Hansestadt ihr größtes und zugleich sportlichstes Straßenfest. Beim 37. Haspa Marathon Hamburg siegte der Kenianer Bernard Koech mit neuem Streckenrekord (2:04.09 Stunden). Doch auch die Lokalmatadoren konnten überzeugen. Allen voran Tabea Themann vom TH Eilbeck.

Die TV-Kameras fokussierten beim 37. Haspa Marathon – neben dem Rennen um die ersten Plätze – vor allem auf das deutsche Duell zwischen Richard Ringer (34, Rehlingen) und Haftom Welday (33, Hamburger Laufladen), die zwei unterschiedliche Renntaktiken gewählt hatten. Der erfahrene Marathon-Europameister lief wie ein „Uhrwerk“ zwei nahezu gleichschnelle Halbmarathons und unterbot als Sechster mit neuer persönlicher Bestzeit (2:08.08 Stunden) die Olympia-Norm von Paris um zwei Sekunden. Der ehemalige Flüchtling aus der äthiopischen Provinz Tigray, der mit seiner Familie in Hamburg eine neue Heimat gefunden hat, passierte Kilometer 21,1 gemeinsam mit der Spitze nach 62.33 Minuten, musste aber am Ende dem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen. In 2:09.40 Stunden belegte Welday einen hervorragenden achten Platz unter 8693 Teilnehmern, die das Ziel erreichten.

Etwas im Schatten der Männer vollbrachte Tabea Themann (TH Eilbeck) eine ungewöhnliche Leistung: Mit einem Lauf über 42,195 Kilometer gewann die 31-jährige Kommissarin gleich fünf (!) Wertungen. In starken 2:31.54 Stunden wurde sie souverän Hamburger Meisterin und verpasste den Rekord von Mona Stockhecke (LT Haspa Marathon) aus dem Jahr 2016 nur um 24 Sekunden. Darüber hinaus belegte die gebürtige Niedersächsin aus Friesoythe (Landkreis Cloppenburg) zweimal Rang eins in der Teamwertung der Frauen (Tabea Themann, Caroline Balduhn, Sarah Christiane Wiest) und in der Mixed-Mannschaft (Christian Hiller, Tabea Themann, Miguel Abellan).

Bei den Frauen waren 49 Teams am Start, im Mixed kamen 195 Trios in die Wertung. Auch die Männer des TH Eilbeck wussten zu überzeugen: Die Mannschaft mit Christian Hiller, Miguel Abellan und Monier Rauter konnte sich gegen 228 Mitstreiter durchsetzen und stand in der Ergebnisliste ebenfalls ganz oben.
Eine perfekte Bilanz! Ihren vierten und fünften Sieg heimste Themann als Hamburger bzw. Norddeutsche Meisterin in der Polizei-Wertung ein. Im Ziel gab sie launig zum Besten, „einen taktischen Fehler nie mehr zu machen“. 2022 war Tabea Themann gleich am Tag nach dem Marathon wieder zum Dienst erschienen, in diesem Jahr hatte sie sich zwei Urlaubstage genommen.

Auf großes Verständnis für ihr aufwendiges Hobby kann sie ohnehin zählen. „Ich habe einen super Chef, der mir im Januar und März für jeweils dreieinhalb Wochen eine Freistellung vom Dienst gegeben hat, damit ich zum Trainingslager nach Kenia fliegen konnte“, erklärt sie. Zum 1. Dezember 2022 war die ehrgeizige Langstrecklerin von Niedersachsen nach Hamburg gewechselt, um nun im LKA 151 (Rahlstedt) Kriminellen das Handwerk zu legen. Auf eines können sich die Ganoven verlassen: Niemand hat so viel Ausdauer wie sie…

Ein bemerkenswerter Erfolg gelang Manfred Mehring vom AMTV. In der Altersklasse M75 blieb er in 4:51.42 Stunden unter der „magischen“ 5-Stunden-Marke und wurde Hamburger Titelträger. In der Gesamtwertung der Senioren des Jahrganges 1948 und älter belegte Mehring einen beachtlichen fünften Rang.

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