14. Oktober 2020
Ausgabe Wandsbek

Dauerlärm stört die Anwohner

Nächtliche Partys direkt vor der Haustür

Auf dem Platz in der Saga-Siedlung wird ab 9 Uhr Alkohol getrunken­. Um Mitternacht ist immer noch keine Ruhe Foto: Grell

DULSBERG Auf einem kleinen gemütlichen Platz der Saga -Siedlung gegenüber der Stadtteilschule am Alten Teichweg herrscht Tag und Nacht Dauerlärm.

Grund dafür sind Personengruppen, die sich hier regelmäßig treffen, Alkohol konsumieren und lauthals feiern. „Oft wird auch im Freien gemeinsam gegessen und gegrillt“, ärgert sich eine Anwohnerin, die aus Angst nicht namentlich genannt werden möchte, über den Zustand vor ihrer Haustür.

Auf die Lage angesprochen, erhielt sie keine Antwort von den Randalierern, sondern wurde von den Alkoholisierten auch noch angespuckt.

Unter den Feiergästen sei manches Mal ein Anwohner dabei, alle anderen kämen mit ihren Fahrzeugen aus anderen Stadtteilen und würden die Kisten mit alkoholischen Getränken, Grill und Klappstühle gleich mitbringen.
„Das geht so ab halb zehn morgens los“, beklagen die Anwohner, die keinen Schlaf mehr bekommen.

„Gegen Mitternacht wird die Gruppe kleiner, manche bleiben aber auch die ganze Nacht.“ Dass auf dem Platz, der direkt vor einer Kindertagesstätte liegt, eigentlich gar kein Alkohol verzehrt werden darf, scheint niemanden zu interessieren. „Der Kiosk hier direkt im Haus verkauft eben auch alles, was dann direkt vor der Tür getrunken wird.“

Das Problem sei nicht neu im Stadtteil, und die Nachbarn haben schon viel unternommen, um die Situation zu verbessern, bisher ohne Erfolg.
„Wir haben nachts die Polizei gerufen, die uns wieder an die Hausverwaltung verwiesen hat, und haben mit der Saga gesprochen, die auch machtlos scheint.“
Die Zuständigkeiten würden wieder nur hin- und hergeschoben werden, während die Mieter kein Auge zutun könnten.

„Wir sind alle total genervt und zahlen immerhin auch Miete für unsere Wohnungen.“
Von der Saga erwarten die Anwohner ein transparentes Umgehen mit der Situation, nstatt der Bagatellisierung, die bisher das Problem in den Hintergrund stellte.

„Unser Hauswart, der 17 Jahre bei uns war, hat jetzt aufgegeben“, bedauern die Anwohner. Sein Auto sei mehrfach zerkratzt worden, und nun würde er aus der Gegend wegziehen.
Die Anwohner, die hier am Platz leben, möchten aber alle gern bleiben.

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