1. Juli 2020
Ausgabe Wandsbek

Bezirkspolitiker kämpfen für Karstadt

Interfraktioneller Antrag für Erhalt der Filialen

Das Karstadt-Haus in Wandsbek Foto: wb

WANDSBEK  Die Bezirkspolitiker aus Wandsbek stemmen sich mit Macht gegen eine Schließung der Karstadt-Filialen. Die Abgeordneten setzen alle Hebel
in Bewegung, um die Schließung der Kaufhausstandorte am Wandsbeker Markt und in Poppenbüttel zu verhindern. Der Konzern plant, die Standorte zum 31. Oktober zu schließen.

„Beide Standorte sind bedeutend für die bezirkliche Zentrenentwicklung und städtebaulich prägend. Es gilt, mehr als 200 Arbeitsplätze
bei Karstadt-Kaufhof zu erhalten“, heißt es in einem Beschluss des Hauptausschusses Wandsbek.
Die Firmenleitung des Konzerns Galeria Karstadt Kaufhof hatte zuvor die Schließung von 62 Warenhäusern in Deutschland angekündigt.

Auf der Streichliste stehen auch die Standorte am Wandsbeker Markt und im Alstertal-Einkaufszentrum Poppenbüttel. Der interfraktionelle Antrag
wurde von der Linksfraktion erarbeitet. SPD, Grüne, CDU und FDP schlossen sich an. Rainer Behrens, Fachsprecher Stadtplanung der Linken:
„Wir freuen uns, dass unsere Initiative von den anderen Fraktionen aufgenommen wurde und es so schnell zu diesem wichtigen Antrag gekommen ist.“
Möglichkeiten ausloten
„Die zuständige Fachbehörde und das Bezirksamt werden gebeten, ihren Einfluss bei dem Eigentümer der Immobilien und bei Karstadt-Kaufhof geltend
zu machen, um wirtschaftliche Rahmenbedingungen für den Erhalt beider Standorte sicherzustellen. Sie sollen ausloten, welche Möglichkeiten es gibt,
die Standorte zu erhalten“, heißt es unter Punkt zwei des Antrags. Außerdem werden das Denkmalschutzamt und der Oberbaudirektor gebeten,
den Eigentümer nachdrücklich auf seine Pflichten zum Erhalt des Denkmals Karstadt-Kaufhaus hinzuweisen. Sollten Liquiditätsausfälle durch die
Corona-Pandemie ursächlich für die Schließungsentscheidung sein, soll die Finanzbehörde prüfen, ob Hilfsprogramme trotz des laufenden
Schutzschirmverfahrens zur Anwendung kommen können. Sollten, trotz aller Bemühungen, die Karstadt-Standorte dennoch nicht erhalten werden können,
bitten die Politiker den Eigentümer (die Union Investment) darum, Leerstand in den Gebäuden zu vermeiden. Eine Einzelhandelsnutzung –
als gesamtes oder mit einzelnen Läden – wäre anzustreben. Die FDP-Fraktion hat sich für „den Fall der Fälle“ bereits Gedanken gemacht und schlägt,
nach Anregungen von Anwohnern, eine Markthalle vor.

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