8. April 2020
Ausgabe Rahlstedt

Wo Trainer schöne Züge zeigen

Ehrenvorsitzender Christian Zickelbein aus Rahlstedt ist seit fast 70 Jahren Mitglied im Verein

Foto aus guten Zeiten: Im HSK-Vereinshaus in der Schellingstraße ist eigentlich immer was los

EILBEK Die Mitglieder des Hamburger Schachklubs (HSK) von 1830 müssen in der Corona-Krise zu Hause üben, das Vereinshaus in Eilbek ist geschlossen. Im Internet gibt es einige Möglichkeiten, der HSK Verein selbst bietet Online-Training und Turniere an, wie der etwa 700 Mitglieder zählende Verein mitteilte.

Das Haus in der Schellingstraße 41 platzt ansonsten oftmals aus allen Nähten. Es sei schon eine logistische Herausforderung, den Schachspielern beste Möglichkeiten für Training und Wettkampf bieten zu können, sagte Ehrenvorsitzender Christian Zickelbein aus Rahlstedt, der seit 1951 Mitglied im Verein ist, von 1986 gut 30 Jahre lang der Vorsitzende war. Heute tritt der 82-Jährige etwas kürzer, ist aber immer noch als Trainer gefragt, hilft zudem bei organisatorischen Dingen.
Die Leistungen des eigenen Angaben zufolge größten deutschen Schachvereins können sich sehen lassen: Der HSK ist seit Gründung der Schach-Bundesliga im Jahr 1981 in der höchsten Spielklasse unterwegs, gilt als unabsteigbar, belegt derzeit einen guten Mittelfeldplatz.

Ehrenvorsitzender Christian Zickelbein ist seit 1951
Mitglied des Hamburger
Schachklubs von 1830
Fotos: Menzel

Der Verein, der über eine eigene Schach-Schule verfügt, habe bisher acht Großmeister hervorgebracht, der Jüngste ist der 17-jährige Luis Engel, wie Zickelbein mitteilte. Bei den deutschen Meisterschaften 2019 holten die Hamburger drei von sieben Titel im Nachwuchsbereich. Hinzu kam noch zweimal Bronze.
Die Hälfte der Mitglieder im Verein sind Kinder und Jugendliche. Zu den vielen Talenten gehört zum Beispiel der zehnjährige Mika aus Hamm.

Er zählte 2018 zur U10-Mannschaft, die Deutscher Vizemeister wurde. Gelernt hatte Mika das Spiel von seinen Eltern, gegen die er aber heute nicht mehr spielt. Sie seien nicht so gut, begründet der kleine Meister, der zweimal in der Woche im Klubhaus trainiert, darüber hinaus noch zu Hause.
Die drei Kinder von Alla Röhricht sind allesamt Mitglied im Hamburger Schachklub. Sie spricht „von Liebe auf den ersten Blick“, die Kinder seien hier gut aufgehoben, sagt die Mutter. Sie werden individuell gefördert, „Massenabfertigung gibt es nicht“. Die Trainer sind sehr fürsorglich, was sie leisten, sei unglaublich, vorneweg Herr Zickelbein, betonte Röhricht.
Viel Lob für den Ehrenvorsitzenden kommt auch von den Trainerkollegen im Verein. Olaf Ahrens, zudem noch als Schiedsrichter aktiv, schätzt seine Leidenschaft im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Von einer Zusammenarbeit könne man profitieren.

Der gebürtige Brandenburger Zickelbein kam mit Gründung der DDR nach Hamburg, schloss sich dem Schachklub an, der damals in der Straße „Hohe Bleichen“ seinen Sitz hatte. Der Verein ist dann oftmals umgezogen, bis er sich 1996 in Eilbek in einem Neubau etablierte.

Auch interessant