5. Februar 2022
Rahlstedt

Auch in Rahlstedt gab es NS-Opfer

Stolpersteine erinnern an sie

Die Rahlstedter Grünen erinnerten an NS-Opfer im Ortskern Foto: rg

RAHLSTEDT Die Grünen haben am Gedenktag für die Opfer des NS-Regimes an Betroffene im Stadtteil erinnert. Zehn Stolpersteine führt die Landeszentrale für politische Bildung für Rahlstedt derzeit auf.

Vier der Erinnerungstafeln aus Messing befinden sich im Rahlstedter Ortskern. In der heutigen Rahlstedter Straße lebte der Friseur Erich Graupner für relativ kurze Zeit.

Er lebte seine Homosexualität offen aus. Als er ausgerechnet einem verdeckten Ermittler in einer Kneipe sein Herz ausschüttete, geriet Graupner ins Visier der NS-Behörden. Er wurde mehrfach verhaftet und 1941 in einem KZ bei Paderborn ermordet.

Im heutigen Güstrower Weg wohnte der jüdische Heilpraktiker Wilhelm Baron. Er hatte im Ersten Weltkrieg in der kaiserlichen Armee gedient. Da die NS-Gesetze ihm 1938 verboten, seinen Beruf auszuüben, flüchtete er mit den Papieren eines Bekannten nach London. Die englische Polizei lieferte Baron jedoch aus. Er wurde 1939 in Polizeihaft erhängt aufgefunden.

Adele Leidersdorf lebte mit ihrem Sohn Heinz in der Grubesallee. Beide waren jüdischen Glaubens. Heinz Leidersdorf war zudem aktiver Kommunist. Er starb 1943 im KZ Auschwitz, seine Mutter war bereits zwei Jahre zuvor nach Riga deportiert worden – dort verlor sich ihre Spur.

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