17. September 2022
Meiendorf

50 Jahre Kultur für den Stadtteil

Bürgerhaus in Meiendorf feiert Jubiläum

Auf dem BiM-Gelände stehen bereits Baucontainer Foto: rg

MEIENDORF Neben der politischen Prominenz begrüßte Eckard Graage vor allem die Vereinsmitglieder und viele frühere und aktuelle Ehrenamtliche in der Aula des Gymnasiums Meiendorf. „Wir verdanken unsere Existenz einem Fehler in der Vergangenheit“, so der Vorsitzende des Vereins Bürgerhaus in Meiendorf.

Am Ortsrand sei eine große Neubausiedlung entstanden, dabei habe man die soziale Infrastruktur vergessen. So gründete sich eine Initiative, die vor allem in den Schulen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche anbot. Als rechtlicher Rahmen wurde im Mai 1972 die „Bürgerinitiative in Meiendorf“ gegründet. Bei einer Discoveranstaltung sei man auf die leerstehende Schule in der Saseler Straße aufmerksam geworden, so Graage. In Hamburg entstanden damals die ersten Stadtteilkulturzentren, es gab Geld von der Stadt: „„Auf diesen Zug sind wir dann aufgesprungen.“ Das war 1978, die Schule wurde zum „Bürgerhaus in Meiendorf“ und ist es noch. Jetzt beginnt in Kürze die Grundsanierung, „eine Zäsur“, so der Vereinsvorsitzende.

Eckard Graage ist übrigens seit 44 Jahren dabei. Ein solches Jubiläum sei nicht selbstverständlich, betonte dann Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda: „Es gibt nie einen geraden Weg in der Stadtteilkultur.“ Kultur, das seien nicht nur die Elbphilharmonie und die großen Theater und Museen in der Innenstadt. „Es gibt überall lebendige, kulturelle Zentren“, so der SPD-Politiker. In Hamburg hätten sich im Übrigen schon immer die Bürger selbst um die Kultur gekümmert. Auch heute noch kämen Impulse aus der Gesellschaft, Kultur sei nicht planbar und diene nicht dem Geldverdienen. „Wir wollen auch weiterhin offene Räume in den Stadtteilen schaffen. Dabei dürfen alle mitreden“, so Senator Brosda weiter. Er setze auf die Vielfalt von Perspektiven, niemand werde ausgegrenzt: „So entsteht auch ein neues Gefühl der Gemeinsamkeit.“


Kultursenator Carsten Brosda (l.) und Eckard Graage
Foto: rg

Auch interessant