30. April 2021
Hohenhorst

Kunst gegen den Coronafrust

Aktion im HDJ Hohenhorst, Ausstellung geplant

Hier werden Coronaviren symbolisch getötet Foto: rg

HOHENHORST „Jugendliche fühlen sich in der Pandemie ohnmächtig und abgehängt, sie leiden am meisten unter den Beschränkungen“, sagt Thomas Zimmermann, Leiter des Hauses der Jugend Hohenhorst im Dahlemer Ring. „Deshalb können unsere Besucher hier aktiv die Viren bekämpfen.“

Das geschieht natürlich nur symbolisch. Mit Acrylfarbe gefüllte Luftballons werden mit Wurfgeschossen bearbeitet, die Farbe spritzt auf Leinwände. „Die Jugendlichen können so Aggressionen abbauen und symbolisch die Kontrolle zurückgewinnen“, erklärt Erzieherin Nina Pham. „Kunst heilt und therapiert“, ergänzt sie.
Das funktioniert auch indirekt bei der Interpretation der fertigen Action-Painting-Werke. Vier Stück stehen schon im Innenhof. „Wir haben da schon interessante Dinge entdeckt, etwa einen Dino“, sagt Thomas Zimmermann. Geplant ist nun eine Ausstellung. Inspiriert ist das Projekt von den „Schießbildern“ der französischen Aktionskünstlerin Niki de Saint Phalle aus dem Jahr 1956. Den Besuchern, in diesem Fall nur Jungs, macht die Aktion jedenfalls sichtlich Spaß. Und es ist gar nicht einfach, ein Ballon-Virus zu „töten“. Im Moment läuft der Betrieb im Dahlemer Ring nur stark eingeschränkt. „Manchmal müssen wir leider Gäste enttäuschen und wegschicken“, sagt HdJ-Leiter Thomas Zimmermann.
Dennoch ist täglich außer sonntags geöffnet. Besonders wichtig ist im Moment die Hausaufgabenbetreuung, manche schreiben unter Anleitung ihre Bewerbungen. Hoch im Kurs steht der Sport – vor allem Tischtennis, Fußball und Basketball. Letzteres findet dann im nahen Hohenhorst-Park statt.
Seit 1965 gibt es das vom Bezirk finanzierte Haus der Jugend. Zielgruppe sind alle sieben- bis 27-Jährigen aus der Umgebung. Bis zu 80 Besucher pro Tag kamen vor Corona. „Hier herrscht eine fast familiäre Atmosphäre“, sagt Nina Pham.

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