10. Juni 2020
Ausgabe Rahlstedt

Haus am See wird Tafel-ac

Aydan Özoguz informiert sich über neues Angebot

Dirk Fey, der Leiter der Küche, reicht durch ein offenes Fenster

HOHENHORST Die Corona-Krise hat viele Menschen in existenzielle Not gebracht. Viele Arbeitnehmer mussten Kurzarbeit akzeptieren,
haben ihren Job gleich ganz verloren oder finden aktuell keinen neuen. Zum Glück haben sich viele Nachbarn in dieser Zeit unkompliziert geholfen, und auch Institutionen sind aktiv geworden und haben anderen unter die Arme gegriffen, wo es irgendwie ging.

Auch Torsten Höhnke, der Leiter des Hauses am See in Jenfeld hat sofort eine Lebensmittelausgabe und
einen warmen Mittagstisch für zwei Tage in der Woche gestartet, um die vielen Familien und Senioren im Viertel mit dem Nötigsten zu versorgen.

Gemüse und Früchte, Brot und auch mal eine Tafel Schokolade liegen seit ein paar Wochen immer dienstags und donnerstags zur Abholung gegen eine kleine Spende ab 50 Cent bereit.
Ganz neu ist außerdem im Haus am See ein Lernort, in dem alle Schüler an Laptops arbeiten können, die zu Hause keine Geräte zur
Verfügung stehen haben und ausschließlich mit ihren kleinen Handys die Hausaufgaben erledigen müssen.

Gleiche Bildungschancen für alle

Aydan Özoguz (SPD) hat sich die aktuellen Hilfen im Haus in der vergangenen Woche einmal persönlich angesehen und war begeistert von der spontanen
Unterstützung in so großem Rahmen: „Den Familien muss geholfen werden, es ist ganz wichtig, dass die Schere in Sachen Bildung nicht weiter auseinandergeht“,
betonte die Bundestagsabgeordnete, die sich auch weiterhin für die Einrichtung starkmachen will. Es sei ihr ein wichtiges Anliegen,
Familien zu stärken und gleiche Bildungschancen zu gewähren.

Die Not dauerhaft ein wenig lindern

Torsten Höhnke will bedürftige Menschen aus Hohenhorst auch in Zukunft mit Lebensmitteln versorgen und hat sich deshalb dafür beworben,
Ausgabestelle der Hamburger Tafel zu werden. Vom Juli an wird das Haus am See offiziell mit den Lebensmittelspenden der Hamburger Tafel
versorgt und kann dafür sorgen, dass die Not ein wenig gelindert wird. Noch muss Höhnke einen großen Anteil der Lebensmittel aus hauseigenen Mitteln einkaufen.

Wenn das Haus der Tafel angeschlossen ist, „wird sich diese Situation verbessern“.
Das warme Mittagessen ist beliebt, denn viele freuen sich, überhaupt mal wieder aus dem Haus zu kommen. Im Haus am See blickt man
voller Zuversicht in die Zukunft und hofft darauf, bald auch wieder öffnen zu können. Bis dahin laufen die Angebote telefonisch oder mit größeren Abständen statt.

Spenden für die Lebens-mittelausgabe Haus am See
Kontoinhaber: Erziehungs-
hilfe e.V., DE73 2512 0510
0007 4204 00

Aydan Özoguz (l.) besucht die ehren­amtliche Helfer im Haus am See und packt gleich selbst mit an
Fotos: Grell

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