25. September 2021
Großlohe

Barrierefreiheit im Alltags-Test

Großloher zeigen die Hürden und Stolperfallen

Eine Gruppe von Anwohnern mit Einschränkungen hat eine Liste von Mängeln aufgezeigt, die verbessert werden müssten Foto: Grell

GROßLOHE Anwohner im Quartier Großlohe, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sich oder nicht gut sehen oder hören können, sind im Stadtteil benachteiligt. Überall lauern hier Stolperfallen, viel zu hohe Stufen und steile Abhänge, die zur Unfallgefahr werden können.

Kathi Wegner von Q8 „Quartiere bewegen“ und das „Kompetenzzentrum für eine Barrierefreie Stadt“ haben deshalb jetzt alle Betroffenen zu einem Rundgang durch den Stadtteil eingeladen, um die Missstände zu notieren, die dann an den Bezirk weitergereicht werden sollen. „An der Ampel vor dem Einkaufszentrum sind die Bordsteinkanten viel zu hoch und alle Rollstuhlfahrer, die dann den niedrigen Fahrradweg nutzen, kommen mit den Radfahrern ins Gehege“, erklärt Sylvia Pille-Steppat vom Kompetenzzentrum. Ihr ist es vor Allem wichtig, dass hingesehen und die Unfallquellen erkannt werden, damit alle Menschen in der Stadt dieselben Chancen bekommen.

Gerade für Anwohner mit Sehbehinderungen sei es wichtig, dass beispielsweise die Schrift auf Anzeigetafeln der Busse entsprechend groß und für Hörgeschädigte der Ton an den Ampeln zu verstehen sei. „An dieser Ampel vor dem EKZ in Großlohe hört man das Piepen überhaupt nicht“, bedauert auch Uta Stevanovic, die in der Sieker Landstraße wohnt und auf den mehreren hundert Metern bis zum Einkaufzentrum, zu dem sie täglich läuft, reichlich Sicherheitsmängel aufzählen konnte. Auch der Kreuzungsbereich Hoffmannstieg – Mehlandsredder sei sehr schwer zu überqueren, berichtet Kathi Wegner von Q8 aus dem Gespräch mit Anwohnern.

Fehlende Beleuchtung

Der Bereich sei von Pkws zugeparkt und durch hohe Hecken verdeckt und dadurch schwer einsehbar. Viele Menschen mit Einschränkungen in ihrer Mobilität würden diese Kreuzung meiden und notgedrungen an anderer Stelle die Straße queren, weil zudem Rinnen am Übergang dafür sorgen, dass Räder von Rollstühlen dort festhängen. Viele Beschwerden betrafen bei dem Rundgang auch die fehlende Beleuchtung, die gerade für Menschen mit Sehbehinderungen dringend nötig wäre, aber auch das Gefühl von Sicherheit im Quartier verstärken würde. Bemängelt wurde zudem, dass nicht alle öffentlichen Einrichtungen barrierefrei sind, darunter das Kinder- und Familienzentrum.

Gehwegplatten zu hoch

Joachim Becker vom Kompetenzzentrum hatte bei dem Rundgang in Sachen Barrierfreiheit auch gleich eine Messlatte dabei, um zu dokumentieren, wo die Bordsteinkanten zu hoch sind und Gehwegplatten zu weit in die Höhe ragen und so zur Stolperfalle werden. „Hier im Quartier gibt es viele Verbesserungsvorschläge, um das Viertel endlich barrierefrei zu gestalten“, so die Gruppe der Mitläufer, die hilfreiche Tipps gab, die Kathi Wegner von Q8 alle dokumentiert hat. Nun liegt es beim Bezirk, hier bauliche Maßnahmen zu beschließen und den Stadtteil für Rollstuhlfahrer und Nachbarn mit Einschränkungen in ihrer Mobilität sicherer zu machen.

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