13. März 2021
Ausgabe Rahlstedt

Die Krux mit dem Namen

Antrag zielt wieder auf „Wandsbek Rathaus“

Uwe Fricke beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Stadtteil-Geschichte Marienthal Foto: sim

WANDSBEK Die Namensfindung für die geplante S4-Haltestelle zwischen Schloßgarten und Robert-Schuman-Brücke geht in die nächste Runde. Bei SPD und den Grünen gibt es ein Hin und Her. Im Februar 2017 hatte die Bezirksversammlung Wandsbek auf Antrag von Rot-Grün und bei Enthaltung der CDU beschlossen, den Namen „Wandsbek Rathaus“ zu verwenden.

Im September 2020 brachten beide Parteien im Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek jedoch einen Antrag ein, in dem sie den Namen „Marienthal“ favorisierten. Schließlich konnten sich SPD und die Grünen mit der Idee der CDU anfreunden, eine Bürgerbefragung durchzuführen. Ein Antrag wurde verabschiedet.
Jetzt wieder eine Kehrtwende: „Wir stehen hinter dem Beschluss aus 2017”, für die Haltestelle den Namen „Wandsbek Rathaus“ zu verwenden, erklärte Patrick Martens (SPD) auf Anfrage des Wochenblattes. Es habe bereits positive Signale von der Bahn gegeben.

Martens kündigte einen neuen Antrag für die Sitzung des Regionalausschusses am 31. März an. Eine Bürgerbefragung könnte „für eine andere der neuen S4-Haltestellen“ erfolgen. Für die Haltestelle „Claudiusstraße“ wird ein neuer Name gesucht, da die Station im Verlauf der Planungen immer weiter nach Osten verschoben wurde. Die CDU steht nach wie vor zum Antrag von 2020, eine Bürgerbefragung durchzuführen.
Für Uwe Fricke aus der Rodigallee, der sich seit Jahren mit der Stadtteilgeschichte Marienthal beschäftigt, ist der Name „Wandsbek Rathaus“ historisch und sachlich „falsch“. Das Anfang der 1920er-Jahre errichtete Stormarnhaus für die Verwaltung des gleichnamigen Landkreises, heute Sitz des Bezirksamtes, sei nie ein Rathaus gewesen, auch wenn es an der Fassade steht.
Hoheit über die Namensgebung hat die Bahn. Das Unternehmen bezieht die Bezirke aber bei der Findung mit ein. (sim)

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