und
30. September 2021
Ausgabe Langenhorn

SPD und Grüne dominieren

Nach der Bundestagswahl CDU im Tief

Bundestagswahl 2021 Grafik: gettyImages

Bundestagswahl 2021 Grafik: gettyImages

HAMBURG-NORD Überraschungen und Kuriositäten, kaum fassbare Niederlagen und beeindruckende Gewinne kennzeichnen die Bundestagswahl 2021. Eine ganz besondere Wahl.

Die CDU stürzte ab, erzielte ihr bisher schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl. Die SPD erholte sich erstaunlich gut dank Kanzlerkandidat Olaf Scholz und die Grünen erzielten den größten Zugewinn gegenüber der letzten Bundestagswahl, waren aber trotzdem traurig, denn sie hatten aufgrund der Prognosen bis in den Sommer viel mehr erwartet.

Den Bezirk Hamburg-Nord gewann Dorothee Martin für die SPD mit 30,7 Prozent vor Katharina Beck (Grüne, 25,7 Prozent). 2017 war Martin noch Christoph Ploß (CDU) unterlegen. Nun zeigte sie sich „überglücklich, seit 2005 ist der Wahlkreis Hamburg-Nord/Alstertal wieder rot.“ Im Bundestag möchte sie künftig im Verkehrsausschuss mitarbeiten: „Gerade mit Hinblick auf Verkehrsprojekte wie die U5 braucht Hamburg eine große Unterstützung.“

Auch Beck vor Ploß

Katharina Beck kann ihren Wahlerfolg noch nicht so richtig fassen: „Ich bin als politische Quereinsteigerin in meinem Wahlkreis gegen zwei Bundestagsabgeordnete angetreten und habe mit über 25 Prozent der Stimmen einen davon überholt und insgesamt die Erststimmen verdoppeln können. Das ist ein toller Erfolg. Die Ergebnisse zeigen, dass mein vielfältiger Politikstil in Wirtschaft, Klimaschutz und Sozialem viele Wähler überzeugt. In Berlin möchte ich mich für die Erweiterung der Wirtschaftspolitik im Hinblick auf (Solo-)Selbstständige und kleinere Unternehmen einsetzen. Auch sollen Kultur und Infrastruktur in Hamburg-Nord gestärkt werden.“

Bittere Enttäuschung

CDU-Kandidat Christoph Ploß, nur noch Dritter mit 23,8 Prozent, gab unumwunden zu: „Dieses Wahlergebnis ist bitter und eine Wahlniederlage für die Union. Nach diesem mit Abstand schlechtesten Ergebnis, das die Union je bei einer Bundestagswahl erzielt hat, darf es kein „Weiterso“ geben. Philip Heißner, der Landesvorsitzende der Jungen Union Hamburg, übte Kritik an der eigenen Partei: „Das Wahlergebnis ist eine klare Wahlniederlage der Union und das Ergebnis eines in weiten Teilen inhaltlich mutlosen Wahlkampfs ohne eigene Akzente.

Es darf der Union nie wieder passieren, dass Aufstellungsverfahren und Wahlkampfstrategie weitestgehend an der Bevölkerung und der Parteibasis vorbei entschieden werden.“ Neben Dorothee Martin werden auch Katharina Beck und Christoph Ploß über die Landeslisten ihrer jeweiligen Partei in den neuen Bundestag einziehen.

Ergebnisse unter www.bundeswahlleiter.de/bundestagswahlen/2021/ergebnisse/bund-99/land-2.html

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