28. August 2021
Langenhorn

Stolpersteine gegen das Vergessen

Erinnerung an den Sozialdemokraten Carl Puls

Gedenken

Dr. Holger Martens, Vorstand der Historiker-Genossenschaft, und Bürgerschaftsabgeordnete Clarissa Herbst legten Blumen auf den Stolperstein Foto: jae

LANGENHORN Die Zahl der Stolpersteine, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern sollen und die der gebürtige Berliner Gunter Demnig überall in Deutschland verlegt hat, hat sich in Langenhorn um einen auf 91 erhöht.

Der Stolperstein wurde Ende Juni 2021 von einem Helfer des Künstlers auf dem Bürgersteig vor dem Haus Harnacksweg Nr. 63 verlegt. Die Patenschaft hat Clarissa Herbst, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, übernommen.

„Ich werde mich intensiv um den Gedenkstein kümmern“, versprach die SPD-Politikerin bei der offiziellen Einweihung. Sie zahlte 120 Euro für die Übernahme der Patenschaft und putzt den Stein regelmäßig.
Der Stolperstein aus Messing soll an Carl Puls (Jahrgang 1902) erinnern, der vor dem Krieg in der Hansestadt zum Widerstand der damals verbotenen SPD gehörte.

Puls wurde von den Nazis verfolgt und saß im Jahr 1935 wegen angeblich hochverräterischer Tätigkeiten einige Monate im KZ Fuhlsbüttel ein. „Carl Puls hat Zeit seines Lebens Mut bewiesen und Verantwortung übernommen“, sagte Clarissa Herbst bei der Einweihung vor dem Haus in der ehemaligen Siedlung Herzmoor. Hier hatte der gelernte Schlosser und Dreher mit seiner Familie (Ehefrau Helene, Sohn Wilhelm und Tochter Helga) gewohnt.

Carl Puls wurde im Zweiten Weltkrieg am 30. November 1944 als Eisenbahnpionier zur Wehrmacht eingezogen und kam am 23. April 1945 bei Kampfhandlungen in Pevestorf im Landkreis Lüchow-Dannenberg an der Elbe ums Leben.

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