23. April 2022
Langenhorn

Stehen die Baupläne vor dem Aus?

Es tut sich nichts mit dem haus 37 auf dem Ochsenzoll-Gelände

Ochsenzoll

Das Objekt des Streits: Haus 37 in Ochsenzoll Foto: Jenjahn

LANGENHORN Es ist äußerst ruhig geworden um das Haus 37 auf dem Ochsenzoll-Gelände der Asklepios-Klinik. Ob die klinik auf diesem Areal überhaupt einmal bauen darf und wird, steht in den Sternen.

Um das Areal entbrannte ein heftiger Streit. Die Klinik möchte das Haus 37, das seit mehreren Jahren leer steht, sanieren und umbauen. Das sieht der B-Plan allerdings nicht vor, denn nach dem Abriss des Gebäudes soll hier eine Grünfläche entstehen. Während das Bezirksamt den Umbauwunsch von Asklepios unterstützt und die Maßnahmen „vom Bestandsschutz gedeckt“ sieht, haben sich die Anwohner, bestehend aus inklusiven Wohneinrichtungen von Trägern wie dem Rauhen Haus, dem Freundeskreis Ochsenzoll, dem Wohnprojekt Waldivitas oder dem Verein Offene Nachbarschaft Kiwittsmoor, formiert und leisten Widerstand.

Lothar Stremlau sieht die Ruhe auf dem Gelände mit einiger Genugtuung: „Offensichtlich ist der große Bluff geplatzt, in dem das Bezirksamt und Asklepios versuchten, den Anwohnern im Kesselflickerweg vorzugaukeln, es gäbe rechtlichen Bestandsschutz für das Gebäude Haus 37.

Die rechtliche Stellungnahme des Bezirksamts dazu wurde als „rechtlich unhaltbar“ durch ein in Auftrag gegebenes anwaltliches Gutachten der Bewohner von „Waldivitas“ entlarvt“, sagt Stremlau von der Initiative Waldivitas.

Die Bewohner von Waldivitas haben dem Bezirksamt über ihren Anwalt mitteillen lassen, dass sie im Falle einer Baugenehmigung durch das Bezirksamt, den Rechtsweg bis zum Bundesverwaltungsgericht beschreiten und auch einen gerichtlichen Baustopp im Eilverfahren beantragen würden. Stremlau ist überzeugt, dass „Asklepios und das Bezirksamt ihr rechtswidriges Ansinnen offensichtlich stillschweigend aufgegeben haben.“

Das Bezirksamt äußerte sich bis zum Redaktionsschluss nicht zu dem Sachverhalt. Im Zuge der Diskussion haben einige Experten auf eine mögliche Rechtswidrigkeit der Umbaupläne und den daraus resultierenden Konflikt hingewiesen.

„Im B-Plan wurde das Haus 37 als Freifläche aufgeführt, um hier eine Ersatzfläche für einen gerodeten Wald auf dem Ochsenzoll-Gelände zu schaffen“, teilte die damalige Sprecherin des Regionalausschuss Fuhlsbüttel/ Langenhorn/ Ohlsdorf/ Alsterdorf/ Groß Borstel (FOLAG) für die SPD, Angelina Timm, mit.

Auch der ehemalige Vorsitzende des Regionalausschusses Jörg Lewien (SPD) wies auf das Konfliktpotenzial hin: „Der Erhalt und vor allem die Sanierung des Hauses, das definitiv keinen Bestandsschutz mehr hat, in einer im B-Plan festgesetzten Grünfläche, stellt einen eindeutigen Rechtsbruch dar.“

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