14. Oktober 2020
Langenhorn

Obst und Nüsse für alle

Bäume und Büsche auf öffentlichem Grund verlocken zum Abernten

Baum

Um an die hoch hängenden Früchte des Apfelbaums am Eberhofweg zu kommen, muss man auf Fallobst warten­ Foto: Blume

LANGENHORN/FUHLSBÜTTEL An Apfel- und Walnussbäumen biegen sich die Äste unter köstlicher Last – Früchte und Nüsse gibt es in diesem Jahr im Überfluss. Es ist Erntezeit. Aber nicht nur in privaten Gärten, sondern auch auf öffentlichen Plätzen, an Straßenrändern, in Parks und in städtischen Grünanlagen.

Und das Schönste kommt noch: Jeder Passant darf sich bedienen – aber nur in geringer Menge, denn in Hamburg ist streng genommen das Pflücken und Sammeln nach der Verordnung zum Schutz der öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen verboten. Für Fallobst und für den Eigengebrauch drückt die Verwaltung jedoch ein Auge zu. Die Stadt Wedel dagegen hat sogar eine offizielle Obstkarte herausgegeben, auf der alle Bäume und Sträucher gelistet sind, an denen man sich bedienen darf.

Zudem findet sich auf der Internetseite www.mundraub.org ein bundesweiter Pflückatlas für öffentliches Obst, Nüsse und Kräuter. Im Hamburger Norden ist etwa der Kirschbaum am Lentersweg/ Ecke Gerckensplatz eingetragen, der Apfelbaum am Eberhofweg/Höhe Hausnummer 279, diverse Schlehenbüsche an der Essener Straße, die Walnussbäume am Gehlengraben Höhe Nummer 36 und am Hummelsbütteler Weg/Nummer 10 und mehrere Baumhaseln an den Straßen Wattkorn und Harnacksweg.

Einige Gemeinden im Umland legen sogar Streuobstwiesen an, die ausdrücklich von der Allgemeinheit abgeerntet werden sollen – oftmals verbunden mit einer Gemeinschaftsaktion, die zudem die Pflege der Gehölze beinhaltet. Aber Achtung: Manche vermeintlich öffentliche „Obstplantage“ wird von einer Initiative wie etwa dem Naturschutzbund (Nabu) gepflegt und bewirtschaftet und ist daher für „Mundräuber“ tabu. Im Zweifelsfall gilt also: lieber Vorsicht und Hände weg.

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