3. Juli 2021
Langenhorn

Idylle in den Kleingärten

Noch grünt und blüht das Diekmoor. Frage ist nur, wie lange noch?

Martina (v.l.), Oliver, Gabi und Gabriele umringen das Beet mit Storchschnabel, Frauenmantel und Pfingstrosen Foto: Haas

LANGENHORN Üppig blühen die Gärten, Büsche und Bäume spenden Schatten. Bei einem Treffen zeigen sechs Pächter im Kleingartenverein Diekmoor II ihre Naturoasen.

Bussarde kreisen über die Pferdekoppel, dazu singt eine Mönchsgrasmücke. Bei Oliver Hasse und Gabriele Busch gibt’s Pfefferminztee aus eigenem Anbau. Mit Obst und Gemüse seien sie gut sechs Monate lang Selbstversorger. Fünf Tomatensorten, Kürbisse, Möhren, Mangold, Zwiebeln, Auberginen und die Kartoffel „Bamberger Hörnchen“ sind ökologisch angebaut mit Kompost. Grasmulch düngt und hält die Erde feucht, nie wird sie umgegraben.

Auf Blumenwiesen summen Wildbienen aller Art. Gabi Wittmann und Martina Kloppenburg entfernten den Zaun zwischen ihren Parzellen, lassen Pflanzen wandern. Gabi pflegt ihren Garten seit 25 Jahren, immer noch lerne sie dazu. Eine Kletterduftrose blüht vor einem bunten Teppich von Klatschmohn, Boretsch und Lichtnelken. Auf Martinas Trocken-Biotop ziehen Thymian, Vexiernelke, Johanniskraut und Fingerhut die Hummeln magisch an. Stauden von Wilder Karde, Phlox und Sonnenbraut blühen bald. Walderdbeeren sind reif.

Die Parzelle von Grit Lory übernahmen Florian Seefluth und Mahin Abad Dar. Ihr Garten wurde 2014 ausgezeichnet von „Hamburg summt“ als „bienenfreundlichster Kleingarten“. Beide führen durch die Naturoase: Im Teich blühen Wollgras und Sumpfschwertlilien. Daneben wächst Echtes Mädesüß mit Klatschmohn, Natternkopf und Königskerzen, eine ist über zwei Meter hoch. Mit der frühen Sommerhitze bewirke der Klimawandel, dass die Pflanzen eher blühen.

„Wir sind eine lockere Gemeinschaft mit großer Bandbreite“, sagen die
Naturgärtner. Ihr Netzwerk gegen das drohende Bauprojekt im Landschaftsschutzgebiet sei ein Gewinn für alle. „Im Grunde lernen wir jetzt das Diekmoor ganz neu kennen.“ Überall hängen Protestplakate.

 

Florian und Mahin freuen sich an der reichen Blütenfülle vor der Laube Foto: Haas

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