26. Juni 2021
Langenhorn

Graue Poller mit gehäkelten Mützen

BSVH sorgt für mehr Sicherheit auf den Straßen

Stricken

Vorstand und Mitglieder des Sehbehindertenvereins vor einem Poller mit einer rot-weiß gehäkelten Mütze Foto: jae

LANGENHORN Mehr Sicherheit auf den Straßen für Bürger mit Seheinschränkung hat der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) Anfang Juni anlässlich der Woche des Sehens gefordert.

„Nur eine kontrastreiche Gestaltung von Hindernissen schützt vor Unfällen“, erläuterte Vereinssprecherin Melanie Wölwer (Hamburg). Die Aktion wurde auch in Langenhorn ein Erfolg: Seit dem Sehbehindertentag am 6. Juni tragen hier graue Poller rot-weiß geringelte Mützen.

Viele fleißige Hände haben in den vergangenen Wochen Pollermützen gestrickt und gehäkelt, insgesamt etwa 100 Stück. Das Material sponserte der Hamburger Wollhersteller Schachenmar.

„Während der Corona-Pandemie hatten wir dafür besonders viel Zeit, und mir bereitete das großen Spaß“, erzählte Birgit Militzer, die seit ihrer Geburt sehbehindert ist. Allein 50 Pollermützen hat sie, unterstützt von anderen BSVH-Mitgliedern, gehäkelt.

Am vergangenen Wochenende trafen sich mehrere Vorstandsmitglieder am Übergang des LaHoMa-Einkaufzentrums zum Krohnstieg-Center. Dort stehen vier Absperrpfosten (Poller). Ihnen streiften die Vereinsmitglieder jeweils eine rot-weiße Mütze über.

„Was macht ihr denn da?“, fragte ein vorübergehender Rentner. „Menschen mit Seheinschränkung benötigen Kontraste für die Orientierung“, antwortete Karsten Warnke (Sehvermögen: zehn Prozent), der Beauftragte für Barrierefreiheit des Blindenvereins. „Kontraste sind ein essenzieller Baustein der Barrierefreiheit Voraussetzung für Mobilität und Selbstständigkeit.“

„Eine gute Sache“, sagte der Rentner, ebenfalls sehbehindert, „ich bin vor Wochen mal gegen einen grauen Absperrpfosten gelaufen.“ 100 rot-weiß geschmückte Poller sollen jetzt in Langenhorn für Menschen mit Seheinschränkung zu mehr Sicherheit beitragen.

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