17. Juni 2020
Langenhorn

Freiparkstunde: Plötzlich war sie weg

Neue Parkgebühren am LaHoMa sorgen für Unmut

Parken

Bis vor zwei Wochen war auf der Gebührenordnung der LaHoMa-Tiefgarage kein Hinweis auf eine Freiparkzeit zu finden Foto: blu

LANGENHORN Martin Pohl ist seit 30 Jahren Stammkunde auf dem Wochenmarkt am Langenhorner Markt. Jeden Dienstagnachmittag und Sonnabendvormittag führt ihn sein Besuch unter anderem zum „besten Apfelstand weit und breit“, wie der Fuhlsbütteler betont.

Doch seit Kurzem meidet er den beliebten Wochenmarkt. Schuld sind die neu gestalteten Parkgebühren am LaHoMa. „Bevor das Einkaufszentrum an den neuen Betreiber verkauft wurde, konnten Kunden eine Stunde kostenlos parken. In dieser Zeit konnte man ganz passabel seine Einkäufe erledigen. Doch von einer Woche zur anderen musste ich plötzlich einen Euro berappen, um aus der Tiefgarage rausfahren zu können – das ist unangekündigte Abzocke“, entrüstet sich der 67-Jährige.

Er wandte sich mit seinem Unmut an die Deutsche Gesellschaft für Immobilienmanagement (DGIM) und erhielt per Mail eine „gute Nachricht“. „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass das Parken für die ersten 20 Minuten wieder kostenfrei ist.“ „Das war ein Witz, über den ich nicht lachen kann“, lautete die Reaktion von Martin Pohl.

„Allein ab der Schrankendurchfahrt über die Parkplatzsuche in der Tiefgarage bis ins Einkaufszentrum sind 20 Minuten bereits vorbei“, moniert er, „das betrifft vor allem ältere Menschen und junge Eltern, die zudem noch Rollatoren oder Kinderwagen ausladen müssen; zumal ein zeitaufwendiges Schlangestehen an den Marktständen aktuell nicht zu vermeiden ist – das verteuert den Einkauf ungemein.“ Die Zeit des Freiparkens derart einzugrenzen sei äußerst kundenunfreundlich und würde dazu dienen, LaHoMa statt zu beleben eher zu entvölkern. „Ist das wirklich gewollt? Warum wird es nicht wie etwa im Alstertal-Einkaufzentrum mit einer Freistunde gehandhabt?“, fragt Pohl verärgert.

Der Eigentümer, die R+V-Versicherung, gibt sich auf Nachfrage des Wochenblattes zugeknöpft: „Aufgrund vertraglicher Regelungen mit dem Parkhausbetreiber werden wir die Thematik nicht kommentieren.“ Und von Goldbeck Parking Services gibt es eine dürftige Mail mit dem Hinweis: „Wir sind ein privatwirtschaftliches Unternehmen und müssen deshalb die Tarife – und damit auch die Freiparkzeit – wirtschaftlich kalkulieren. Dennoch haben wir uns im Sinne unserer Kunden entschieden, eine kostenfreie Parkdauer von 20 Minuten am LaHoMa zu erhalten. Erweiterte Freiparkkontingente kann der ansässige Handel bei Bedarf bei uns beantragen.“ Darauf kann und will Martin Pohl nicht warten. Sein Fazit: „Ich kaufe am LaHoMa nicht mehr ein.“

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