17. September 2022
Langenhorn

Entkolonialisiert Hamburg Nord!

Bezirk würdigt noch immer Kolonialverbrecher

Straße

„Woermann weg“: Eine Ini forderte bereits im Juni 2019 die Neubenennung der Straße  Foto: Haas

LANGENHORN Bereits 2019 beschloss der Bezirk Hamburg-Nord die Umbenennung der drei Straßen, passiert ist seither nichts.

Straßennamen würdigen noch immer Kolonialverbrecher, so das Bündnis „Decolonize!“ von Arbeitskreis Hamburg postkolonial und Iniatitiven der Black Community for Justice and Self-Defense.

In einer symbolischen Aktion will das Bündnis am 17. September, 14-15.30 Uhr am Woermannsweg zwei Straßen umbenennen: „Die Straßen sollen in Zukunft antikoloniale Widerstandskämpfer statt Kolonialprofiteuren würdigen.“ Hamburg habe bislang keine einzige kolonial belastete Straße umbenannt oder kommentiert. So sind Woermannsweg und Woermannsstieg am westlichen Alsterufer zwischen Hasenberge und Ratsmühlendamm weiter nach dem Kaufmann Adolph Woermann (1847-1911) benannt, der in Westafrika die deutsche Kolonie Kamerun mit gründete und dort hohe Profite erzielte.

Zudem unterstützte Woermann deutsche „Schutztruppen“ beim Völkermord an den Herero und Nama. Am östlichen Alsterufer wurde der Réesweg, nach dem jüdischen Reformpädagogen Anton Reé, von Nazis 1938 umbenannt in Justus-Strandes-Weg. Auch mit Strandes (1859-1930) wird ein Überseekaufmann, Politiker und Senator gewürdigt, der sich stark für die Kolonie Deutsch-Ostafrika engagierte und gleichzeitig seinen Reichtum mehren konnte.

Dem Bezirk Nord liegt bereits ein Antrag des Bündnisses zur Umbenennung kolonial belasteter Straßennamen vor. Zudem lädt das Bündnis ein zu einer Podiumsdiskussion: Ein Perspektivwechsel in der Erinnerungskultur ist angesagt.

Mittwoch, 12. Oktober, 20 Uhr, Kampnagel, Jarrestraße 20, Eintritt frei

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