15. Januar 2022
Klein Borstel

Neues Wohnquartier im Anzuchtgarten

Geflüchtete müssen Ende August umziehen

Optik

So soll das neue Quartier laut Siegerentwurf aussehen. Noch steht das Datum der Fertigstellung nicht fest Visu: RHWZ-Architekten

KLEIN BORSTEL Ein Bürgervertrag von 2016 legte fest: Die Wohnunterkunft für Geflüchtete am Rand des Ohlsdorfer Friedhofs sollte nur auf Zeit bestehen. Jetzt muss sie einem neuen Wohnquartier weichen.

Der B-Plan Ohlsdorf 30 wurde bereits 2020 festgestellt, bestätigt Larissa Rotzsch vom Bezirksamt Nord. Zuvor präsentierte eine Vielzahl engagierter Anwohner Bedenken zum Planentwurf: in der öffentlichen Bürgerbeteiligung 2018 etwa und bis Ende 2019 mit 46 schriftlichen Einwendungen.

Der B-Plan sieht eine Kita für 60 Kids sowie 97 Wohnungen vor, ein Drittel öffentlich gefördert. Die Bauarbeiten starten wohl nicht vor Jahresende. Über das neue Quartier entschied ein Wettbewerb: Der erste Preis ging ans Büro Renner Hainke Wirth Zirn Architekten sowie die MSB Landschaftsarchitekten. Ihr Entwurf plant inmitten von sieben Geschosswohnungsbauten und 43 Reihenhäusern große Freiräume für Kinder, Fußgänger und Radfahrer. Begrünte Blockinnenbereiche bieten „Garten-Feeling“. Der kleiner Bau mit „Co-working-space“ erinnert an Gewächshäuser des alten Anzuchtgartens. Möglichst autofrei wird das 1,7 Hektar große Areal: Nur einige Plätze für Car-Sharing sowie je eine Tiefgarage östlich und westlich des neuen Quartiers sieht der Entwurf vor.

„Die Schließung der Unterkunft Große Horst ist für Ende August dieses Jahres geplant“, erklärt Susanne Schwendtke, Sprecherin des Betreibers fördern&wohnen (f&w). Dann erfolge der Rückbau der insgesamt elf Container-Wohnhäuser und des Verwaltungsgebäudes. Noch leben 423 Geflüchtete in der Unterkunft Große Horst. Wer bis Ende August keine eigene Wohnung findet, kann in andere Unterkünfte umziehen.

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