20. November 2021
Klein Borstel

Beliebt wie eh und je

Frank’sche Siedlung Begehrte Wohnobjekte

Krokuswiese statt Boule-Platz: die Grünanlage an der Stübeheide vor der Magdalenenkirche Foto: Haas

OHLSDORF/KLEIN BORSTEL Seit 80 Jahren ist die Franksche Siedlung ein beliebtes Wohnviertel. Die 545 Häuser in der Reihenhaussiedlung stehen seit 2011 unter Denkmalschutz. Konrad Singer und Andrea Turban kennen als engagierte Bewohner die Geschichte des Backstein-Ensembles.

Anfangs sträubten sich Villenbesitzer an der Wellingsbütteler Landstraße gegen die Arbeitersiedlung. Doch die Brüder Hermann und Paul Frank realisierten ihr Bauprojekt. Nach der Gartenstadtidee schafften sie preiswertes Wohnen im Grünen. Bis um 1970 hatten ihre Bewohner gar ein vererbbares Dauerwohnrecht. „Als es aufgehoben wurde, kaufte ich 1983 mein Häuschen“, sagt Konrad Singer. Heute wäre es unbezahlbar, wie überall steigen die Immobilienpreise. Mit Partnerin Andrea Turban sieht er vom Wintergarten ins Grüne. „Wir haben den Himmel direkt über uns“, schwärmt das Paar. Den Glasanbau ließ der Denkmalschutz zu. Doch die Gartenanlagen in der Siedlung bleiben tabu. „Früher sollten sie schon für Pkw-Stellplätze weichen.“

Kürzlich gab es Zwist um die Anlage eines Bouleplatzes im Vorgarten an der Stübeheide vor der Maria-Magdalenen-Kirche. Doch der Plan ist vom Tisch. „Alle 75 Eigentümer stimmten dagegen“, berichtet Singer. Stattdessen befürworteten sie eine Krokuswiese. Noch im November ist Pflanzzeit. Nachbarn legen selbst Hand an und setzen gespendete Zwiebeln. „Wenn wir sie jetzt unter die Erde bringen, bekommen die Hummeln an ihren Blüten eine frühe Nahrungsquelle“, sagt Andrea Turban. Die begeisterte Alt-Sängerin verstärkt den Turmchor in der Kirche nebenan. Ihr Heim schmückt sie mit eigenen Gemälden und Skulpturen. Konrad Singer indessen verfasst sein drittes Buch: Zwei Werke erschienen bereits in der Edition Contrabass.

Andrea Turban und Konrad Singer wohnen gerne in
ihrem behutsam renovierten Häuschen Foto: Haas

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